30. Juni 2026 – dpa

Wegen Elbvertiefung?

Regen bringt keine Erholung - weiter Sauerstoffloch in Elbe

Schon Anfang Juni hat das Bündnis Lebendige Tideelbe Alarm geschlagen. Ein sogenanntes Sauerstoffloch bedroht Tausende Fische. Wie sieht es mittlerweile aus?

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An der Messstation Seemannshöft ist die Sauerstoffkonzentration in der Elbe auf unter zwei Milligramm pro Liter gefallen, wie das Bündnis Lebendige Tideelbe mitteilte. Das sei für Fische tödlich. (Archivbild)

Die Sauerstoffkonzentration in der Elbe im Hamburger Hafen ist trotz der Niederschläge weiterhin bedrohlich niedrig. «Der Regen der letzten Tage verschafft den Fischen leider keine Erleichterung und eine Entwarnung ist aktuell nicht in Sicht», sagte eine Sprecherin des Umweltverbandes BUND Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Die Niederschläge seien lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Der BUND Hamburg ist Teil des Bündnisses Lebendige Tideelbe.

Bereits Anfang des Monats und damit etwa zwei Wochen früher als 2025 waren die Werte an mehreren Messstellen unter den kritischen Wert von vier Milligramm Sauerstoff pro Liter (mg/l) gefallen. Unterhalb von zwei mg/l herrschen für Fische den Angaben zufolge akut tödliche Bedingungen. Fische, die dort schwimmen, können nicht mehr ausreichend Sauerstoff aufnehmen, es droht ein Fischsterben.

Derzeit liegen die Werte noch immer teils deutlich im kritischen Bereich. Der App Gewässerdaten Hamburg zufolge nimmt die Sauerstoffkonzentration seit Tagen ab. In Blankenese wurde zu Wochenbeginn ein Wert von 1,01 mg/l registriert, an der Station Bunthaus 3,38 mg/lm die Station Seemannshöft meldete 1,43 mg/l, wie aus den Daten des Hamburger Wassergütenetzes hervorgeht.

Nach Angaben des Bündnisses Lebendige Tideelbe, zu dem auch Nabu und WWF gehören, sind die niedrigen Sauerstoffkonzentrationen vor allem für Jungfische gefährlich. Bei solch niedrigen Werten würden Tausende Fische in der Tideelbe verenden, die meisten unsichtbar unter der trüben Wasseroberfläche. Aber auch erwachsene Tiere seien betroffen.

Im vergangenen Jahr bestand das sogenannte Sauerstoffloch mit weniger als vier Milligramm Sauerstoff je Liter den Angaben zufolge über 80 Tage. Im Jahr zuvor seien es sogar 90 Tage gewesen, davon 26 Tage bei tödlichen Werten unterhalb von zwei mg/l.

Hauptursache für das jährliche Sauerstofftal ist aus Sicht der Verbände der Ausbau der Elbe. BUND, Nabu und WWF forderten daher erneut, die jüngste Elbvertiefung zurückzubauen. Auch neu geschaffene Flachwasserzonen könnten als Ausweichbereiche für die Fische helfen.

Auch die Umweltbehörde bezeichnete den Ausbau und die Unterhaltung der Tideelbe für die Seeschifffahrt als wesentlichen Faktor für den regelmäßig auftretenden Sauerstoffmangel. Weitere maßgebliche Faktoren sein die Gewässertemperatur, die Nährstoff- und Algenfracht sowie die Oberwassermenge. Derzeit hat die Elbe den Daten zufolge eine Wassertemperatur von 25 bis 27,5 Grad Celsius.

Im Winter steigen die Sauerstoffwerte stets deutlich an, zwischen November 2025 und März 2026 lagen sie zwischen 9,4 und 13,6 mg/l.

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