27. August 2026 – dpa
Die Sozialdemokraten im Landtag in Kiel wollen den Hitzeschutz für verletzliche Gruppen, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen stärken. Zurücklehnen dürfe man sich im Schleswig-Holstein nicht.
Angesichts der Wetterextreme und gebrochener Temperaturrekorde im Sommer fordert Schleswig-Holsteins SPD-Fraktion einen Hitzeaktionsplan für das nördlichste Bundesland. «Am letzten Wochenende im Juni hatten wir in Schleswig-Holstein Temperaturen von bis zu 38 Grad messen können», sagte die SPD-Abgeordnete Birte Pauls im Landtag in Kiel. Dabei seien etliche Veranstaltungen abgesagt worden - nicht nur um Teilnehmende, sondern auch Hilfsorganisationen und Ambulanzen vor Überlastung zu schützen. «Und das war auch richtig so.»
Hitzeschutz sei immer auch Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Deshalb sprechen sich die Sozialdemokraten in ihrem Antrag dafür aus, gemeinsam mit den Krankenhausträgern den landesweiten Bedarf an Klimaanpassungsmaßnahmen zu ermitteln. Auch die Erarbeitung und Umsetzung von Hitzeschutzkonzepten müsse unterstützt werden.
Zudem müssten klimaresistente Pflegeeinrichtungen gefördert und der Schutz vulnerabler Gruppen gestärkt werden. Dazu solle man unter anderem Trinkwasserangebote im öffentlichen Raum ausbauen und mobile Hilfsangebote für besonders gefährdete Menschen unterstützen. Auch der betriebliche Hitzeschutz müsse stärker in den Fokus der Arbeitsschutzaufsicht rücken.
Von den geschätzten 14.000 hitzebedingten Sterbefällen bisher in diesem Jahr und allein 9.600 in der besonderen heißen 26. Kalenderwoche seien laut Robert Koch-Institut 70 in Schleswig-Holstein registriert worden, sagte die Sozialdemokratin Pauls. Viele von ihnen gehörten zu den vulnerablen Gruppen: Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern, Bewohner in Pflegeheimen, chronisch Kranke, Kinder und Obdachlose.
«Traditionell ist es bei uns kühler als im Süden Deutschlands», führte die Abgeordnete aus. «Aber wer meint, sich deshalb getrost zurücklehnen zu können, der hat noch nie schwerstkrank auf einer Station gelegen, geschweige denn dort gearbeitet.» Der schwarz-grünen Landesregierung warf sie vor, das Thema nicht ernst zu nehmen.