24. Juni 2026 – dpa
Stromausfall und bundesweiter Zug-Stillstand haben die 132. Kieler Woche am Dienstagabend beeinträchtigt. Insgesamt ist das erhöhte Reiseaufkommen laut Polizei jedoch gut zu steuern.
Ein Stromausfall in Teilen der Kieler Innenstadt und der bundesweite Ausfall des Zugverkehrs hat auch auf die Kieler Woche Einfluss gehabt. Wie ein Sprecher der Stadtwerke von Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt mitteilte, war der Strom am Dienstagabend ausgefallen. Dabei wurde es auch bei Ständen am Schlossgarten dunkel. Zuvor berichteten mehrere Medien.
Das Entstörungsteam rückte laut dem Sprecher noch am Abend aus, um den Fehler zu finden. Erst am frühen Morgen konnte der Strom wieder eingeschaltet werden. Grund war ein defekter Stecker zwischen zwei Kabeln der Stromleitung, wie der Sprecher erklärte. Ein sogenannter «Muffenfehler».
Gleichzeitig strandeten laut der Stadt rund 150 Menschen im und am Hauptbahnhof, da kein Zug mehr fuhr. Eine deutschlandweite Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R hatte bei der Deutschen Bahn (DB) am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden Stillstand gesorgt. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder.
Laut Bundespolizei sorgte die Einstellung des Zugverkehrs «kurzfristig für Aufregung». Allerdings kam es wegen des verständnisvollen Verhaltens der Reisenden und die Bereitstellung von Schienenersatzverkehr sowie Sammeltaxen zu keinen Problemen. Die Bahnsteige wurden im Zeitraum der Störung zur Sicherheit gesperrt. Nach Wiederaufnahme des Zugverkehrs lag die Auslastung nur noch zwischen 20 und 50 Prozent.
Zur Mitte der Kieler Woche blieb der Polizei zufolge die Zahl der an- und abreisenden Besucher über Kiel deutlich hinter dem ersten Wochenende zurück. Um einen reibungslosen Ablauf am Kieler Hauptbahnhof zu sichern, setzt die Polizei täglich bis zu 100 Beamte und Diensthunde ein. Bis zur Wochenmitte verzeichnete der Bahnverkehr zwar das für die Kieler Woche typische erhöhte Reiseaufkommen, doch die Polizei konnte es nach eigenen Angaben jederzeit gut steuern.
Bis zur Wochenmitte registrierte die Bundespolizei 29 Strafanzeigen, vor allem wegen Körperverletzung, Diebstahl, Beleidigung und Verstößen gegen das Waffengesetz. Insgesamt führte die Bundespolizeiinspektion Kiel rund 1300 Einsätze durch. Diese umfassten vor allem Identitätsfeststellungen, Durchsuchungen, Ermahnungen und Fahndungsüberprüfungen. Dabei deckten die Beamtinnen und Beamten 12 Verstöße gegen das Mitführungsverbot von Waffen, Messern und gefährlichen Gegenständen auf.
Die Kieler Woche gilt als eine der größten Segelsportveranstaltungen der Welt und ist gleichzeitig ein riesiges Volksfest. 2025 hatte das Sommerfest nach Angaben der Stadt rund 3,3 Millionen Besucher angezogen. Nach Angaben der Stadt kamen diesmal allein zum Eröffnungswochenende bereits mehr als 1,1 Millionen Besucherinnen und Besucher in die Landeshauptstadt. Die Kieler Woche geht noch bis zum 28. Juni.