15. September 2026 – dpa

Gesundheitspolitik

Zwei Länder im Norden arbeiten bei Telemedizin zusammen

Weil die Krankenversorgung nicht an Ländergrenzen haltmachen soll, wollen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eng zusammenarbeiten. Was in dem Telemedizin-Projekt geplant ist.

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Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern arbeiten bei der Telemedizin zusammen (Symbolbild).

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bauen gemeinsam ein länderübergreifendes Telemedizin-Netz für die Gesundheitsversorgung auf. Das haben die Gesundheitsministerien beider Länder angekündigt.

Die Gesundheitsministerinnen Stefanie Drese aus Schwerin und Kerstin von der Decken aus Kiel haben demnach gemeinsam mit den Krankenhausgesellschaften beider Länder sowie der Universitätsmedizin Rostock und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Das «Telemedizin-Netz Nord-Ost» (Tenno) solle zunächst die Krankenhäuser beider Länder digital miteinander verbinden und später auch ambulante Versorgung, Rettungsdienst und weitere Gesundheitsbereiche einbeziehen, betonten die Ministerinnen. Damit schaffe man die digitale Infrastruktur dafür, dass medizinische Kompetenz nicht an Landesgrenzen oder am Standort eines Krankenhauses endet.

Im ersten Schritt sollen demnach die stationären Leistungserbringer beider Länder miteinander vernetzt werden. Geplant sind unter anderem Televisiten. Erste konkrete Anwendungen hierfür könnten in der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Not- und Unfallversorgung liegen. Damit könnten Ärztinnen und Ärzte unabhängig vom Standort schnell zusätzliche Expertise hinzuziehen.

Die Universitätskliniken Schleswig-Holstein und Rostock sollen eine koordinierende und operative Rolle beim Aufbau übernehmen. Die Krankenhausgesellschaften beider Länder werden von Beginn an einbezogen. Ziel sei eine transparente Steuerung, die eine offene und neutrale Infrastruktur gewährleistet.

«Gerade für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit ihren ländlichen Räumen ist das ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähige und zukunftsfeste Gesundheitsversorgung», sagte Drese. «Wir wollen einen gemeinsamen digitalen Versorgungsraum im Norden schaffen», erklärte von der Decken.

«Wenn medizinische Expertise nicht überall unmittelbar vor Ort verfügbar sein kann, müssen wir sie digital dorthin bringen, wo sie gebraucht wird», betonte die Kieler Ministerin. Davon profitierten Patientinnen und Patienten ebenso wie die Beschäftigten in den Krankenhäusern. Das Netzwerk solle zudem dazu beitragen, die Zusammenarbeit der Kliniken zu stärken.

Das gemeinsame Netz soll allen Krankenhäusern beider Länder offenstehen - unabhängig von Trägerschaft, Versorgungsstufe oder Standort. Sie sollen verbindlich in das Netzwerk einbezogen werden. «Tenno ist kein Netz einzelner Universitätskliniken, sondern ein Netz für die gesamte Krankenhauslandschaft in beiden Ländern», sagte Drese.

Für den Aufbau des Netzes wollen beide Länder Mittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds für länderübergreifende Projekte nutzen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bereiten gemeinsam mit den Universitätskliniken und den Krankenhausgesellschaften einen entsprechenden Antrag vor. Wird das Vorhaben angenommen, soll die Umsetzung ab 2027 beginnen.

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