15. September 2026 – dpa

Spezialschiff zurückerwartet

Umwelthilfe kritisiert LNG-Gasterminal für Stade

Eigentlich sollte in Stade schon längst Flüssigerdgas angelandet werden. Nun wird das Spezialschiff zurückerwartet. Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor einer Abhängigkeit von US-Fracking-Gas.

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Anleger am Stader LNG-Terminal

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt angesichts der bevorstehenden Inbetriebnahme des schwimmenden Importterminals für Flüssiggas (LNG) in Stade vor zunehmender Abhängigkeit Deutschlands von US-Fracking-Gas. Sie kritisiert die für heute erwartete Ankunft des LNG-Terminalschiffs «Energos Force». Das Terminal sei zur Verteilung des LNG auf dieselben, bereits voll ausgelasteten Fernleitungen angewiesen, wie das bestehende LNG-Terminal in Brunsbüttel.

Es sei deshalb fraglich, ob durch das Schiff in Stade in diesem Winter überhaupt zusätzlich Gas eingespeist werden kann. Die DUH fordert die Bundesregierung auf, den Ausbau fossiler LNG-Infrastruktur umgehend zu stoppen. Mit der «Energos Force» gehe drei Jahre nach der fossilen Ausbau-Offensive im Zuge des Ukraine-Kriegs ein weiteres Stück der «milliardenschweren LNG-Infrastruktur» in Betrieb, führte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner an: «Das Märchen von der Versorgungssicherheit, mit dem uns damals die zahlreichen LNG-Terminals verkauft wurden, muss alleine wegen der viel zu späten Realisierung platzen.»

Die Bundesregierung dürfe Versorgungssicherheit nicht mit möglichst viel fossiler Infrastruktur verwechseln. «Versorgungssicherheit entsteht durch einen sinkenden Gasverbrauch, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Speicher und ein diversifiziertes Energiesystem und nicht durch immer mehr LNG-Lieferungen und -Kapazitäten», sagte er. Die Ankunft des Schiffes sei kein Grund zum Feiern, sondern eine gefährliche Wette auf die Zukunft.

Noch in diesem Monat soll der Betrieb in Stade nach jahrelanger Verzögerung beginnen. Die zwischenzeitliche Subcharter des Spezialschiffes «Energos Force» ist beendet, das Schiff wurde am heutigen Tag in der Hansestadt erwartet. Für die Inbetriebnahmephase sei die Lieferung von LNG sichergestellt, hieß es von der bundeseigenen Betreibergesellschaft, der Deutschen Energy Terminal Gesellschaft (DET). Im November werde mit einem ersten LNG-Tankers gerechnet.

Das LNG-Terminal in Stade ist das vierte von der DET betriebene LNG-Terminal. Daneben gibt es noch zwei schwimmende Terminals in Wilhelmshaven und eines in Brunsbüttel. Das Rügener LNG-Terminal in Mukran wird von dem Unternehmen Deutsche Regas betrieben. Die Bundesregierung hatte den Aufbau der milliardenschweren Infrastruktur nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden. Mit dem Standort in Stade wird das LNG-Terminalkonzept des Bundes zur Sicherung der Gasversorgung laut DET nun vervollständigt.

Neben dem schwimmenden Terminalschiff wird in Stade ein landseitiges Terminal zum Import von flüssigem Erdgas geplant. Das wesentlich größere Terminal soll das schwimmende ersetzen und nach früheren Angaben laut Genehmigung bis Ende 2043 mit fossilem Erdgas betrieben werden.

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