11. Juli 2026 – dpa
Solariumbesuche und mangelnder Sonnenschutz können für einige jetzt fatale Folgen haben. Die Hautkrebs-Diagnosen in Mecklenburg-Vorpommern steigt massiv an. Doch es zeichnet sich ein neuer Trend ab.
Übermäßige UV-Belastung in der Kindheit und Jugend und ein teils sorgloser Umgang mit Sonnenstrahlen in der Vergangenheit - das hat für einige Menschen jetzt gesundheitliche Folgen.
Nach Angaben der Barmer-Krankenkasse wird bei immer mehr Patienten Hautkrebs diagnostiziert. Besonders betroffen sei die sogenannte Baby-Boomer-Generation, die jetzt ins Rentenalter kommt, teilte die Krankenkasse in Schwerin mit.
Die Fälle von weißem Hautkrebs hätten sich im Nordosten im Laufe der vergangenen rund 20 Jahre mehr als verdreifacht. Habe 2005 noch bei etwa 14.600 Patienten eine solche Erkrankung vorgelegen, seien es 2024 schon 55.000 gewesen (2023: 41.700).
Beim schwarzen Hautkrebs habe sich die Fallzahl im gleichen Zeitraum von rund 4.000 auf 11.200 nahezu verdreifacht (2023: 7.800). Die Daten von 2024 sind laut Sprecherin die aktuellsten vorliegenden Erhebungen.
Die Zahlen basieren auf Patientendaten von rund 264.000 Barmer-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern, die für das gesamte Bundesland hochgerechnet wurden. Frauen seien in Mecklenburg-Vorpommern demnach häufiger von Hautkrebs betroffen als Männer, hieß es.
Dass die Zahl der Hautkrebs-Diagnosen trotz optimierter Aufklärung und besserer Sonnencremes heute steige, könne laut Sprecherin verschiedene Gründe haben. Dazu zählt die Krankenkasse unter anderem die Einführung eines nationalen Hautkrebs-Screenings 2008 sowie auch die demografische Entwicklung: Das Erkrankungsrisiko für Hautkrebs nimmt mit dem Alter zu - «gleichzeitig wird der Anteil der älteren Bevölkerung immer größer».
Eine erste Analyse der Barmer zeige allerdings auch, dass spätestens mit den Jahrgängen nach 1990 das Hautkrebsrisiko wieder zu sinken scheine. Demnach weist etwa der Jahrgang 1995 ein geringeres Hautkrebsrisiko auf als der Jahrgang 1955. Dies könnte die Folge von mehr Achtsamkeit für die Risiken von Sonnenbaden und Solarienbesuchen in den folgenden Generationen sein, teilte die Sprecherin mit. «Ob und wie sich diese Entwicklung in den Hautkrebs-Diagnosen niederschlägt, wird erst in den Folgejahren zu beobachten sein.»
«Die Haut vergisst nie: Schon ein Sonnenbrand kann langfristige Folgen haben», teilte Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern mit. Besonders im Sommer sei es wichtig, sich vor UV-Strahlung zu schützen: Dazu gehöre zum Beispiel, die Mittagssonne möglichst zu meiden, lange und luftdurchlässige Kleidung sowie eine Kopfbedeckung zu tragen und Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden.
«Der Klimawandel und seine Folgen für die Gesundheit müssen stärker in den Fokus rücken», erläutert der Geschäftsführer. Menschen halten sich bei wärmeren Temperaturen demnach öfter draußen auf - dadurch steige die Hautkrebs-Gefahr. Wichtig seien jetzt Konzepte und Strategien für wirksamen Sonnenschutz im Alltag.