08. Juli 2026 – dpa

Plattform «DigiSucht»

Drogen und Glücksspiel: Online-Suchtberatung startet in MV

Anonym und kostenlos können jetzt auch Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die digitale Beratungsplattform «DigiSucht» nutzen. Die Online-Suchtberatung findet aber nicht nur virtuell statt.

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Über die Plattform können sich Menschen auch zum Thema Glücksspielsucht beraten lassen. (Symbolbild)

Menschen mit Suchterkrankungen sowie deren Angehörige können sich in Mecklenburg-Vorpommern jetzt auch digital professionell beraten lassen. Mit dem Start der bundesweiten Plattform «DigiSucht» werde die ambulante Suchthilfe im Land um ein «niedrigschwelliges, datenschutzkonformes und ortsunabhängiges Angebot ergänzt», teilte das Gesundheitsministerium in Schwerin mit.

«Mit DigiSucht schaffen wir einen zusätzlichen und zeitgemäßen Zugang zur Suchthilfe in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade bei Suchterkrankungen sind Scham und Unsicherheit häufig Gründe dafür, dass Betroffene erst spät Hilfe suchen», teilte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) zum Start der Plattform mit. Die Möglichkeit, sich zunächst anonym und digital beraten zu lassen, könne die Hemmschwelle senken.

Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ermögliche es die digitale Beratung, die Menschen unabhängig von ihrem Wohnort zu erreichen und früh Unterstützung anzubieten, sagte die Ministerin. Betroffene könnten dann bei Bedarf in die Beratungs- und Hilfestrukturen vor Ort begleitet werden.

Über die Plattform können Ratsuchende in einem geschützten Rahmen, auf Wunsch auch anonym, Kontakt zu qualifizierten Suchtberaterinnen und Suchtberatern aufnehmen. Neben einer Nachrichtenfunktion können Termine für Video- oder Textberatungen vereinbart werden. Digitale Tools wie Konsumtagebücher oder Motivationshilfen unterstützen den Angaben nach den Beratungsprozess und können dabei helfen, den eigenen Konsum zu reflektieren und Veränderungen anzustoßen. Bei Bedarf erfolgt eine Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote vor Ort.

Die Umsetzung von der Plattform auf Landesebene wird von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) begleitet und koordiniert. «DigiSucht ergänzt die persönliche Beratung vor Ort und stärkt damit unser Suchthilfesystem insgesamt», sagte Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST. Die digitale Beratung eröffne den Fachkräften neue Möglichkeiten, Ratsuchende flexibel zu begleiten und die bewährte persönliche Beratung sinnvoll zu ergänzen.

Auch die Bundeskoordination begrüßt den Start in Mecklenburg-Vorpommern. «DigiSucht lebt von der engen Zusammenarbeit und dem Austausch der beteiligten Menschen und Institutionen», erklärte Fabian Leuschner von der DigiSucht-Bundeskoordination.

An der länderübergreifenden Online-Beratung beteiligen sich laut Betreiber aktuell über 500 Suchtberatungsstellen mit mehr als 1.300 Beraterinnen und Beratern aus mittlerweile fast allen Bundesländern. Das Saarland und Schleswig-Holstein sind den Angaben zufolge bisher nicht dabei.

Die Plattform wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. An der Konzeption waren Expertinnen und Experten aus Suchtberatungsstellen, Landesstellen für Suchtfragen sowie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen beteiligt. Die Administration auf Landesebene erfolgt durch die jeweiligen Landeskoordinierungsstellen.

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