24. August 2026 – dpa

Landtagswahl

Erstes Briefwahlbüro öffnet - Ansturm und Diskussion

Schon jetzt, vier Wochen vor der Landtagswahl, kann in Schwerin im Briefwahlbüro an die Urne getreten werden. Doch die Briefwahl ist auch umstritten.

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Die ersten Wähler können bereits in Schwerin an die Urne treten. (Symbolbild)

Auslandsdienstreise, Krankheit oder Kreuzfahrt-Urlaub - es gibt viele Gründe, am Wahlsonntag nicht ins Wahllokal gehen zu können. Die Briefwahl ist eine Möglichkeit, die Stimme trotzdem abzugeben. Rund einen Monat vor der Landtagswahl hat zu Wochenbeginn das erste Briefwahlbüro in MV im Schweriner Stadthaus eröffnet. Dort können Briefwahlunterlagen beantragt werden - und es kann auch gleich gewählt werden. Die Nachfrage war groß, zeitweise bildeten sich Warteschlangen.

Bei einem Wähler dauerte es nach dessen Angaben eine dreiviertel Stunde, bis er endlich seine Stimme abgegeben hatte. Landeswahlleiter Cristian Boden erklärte: «Dass heute ein solcher Andrang zum Beginn der Briefwahl entstand, war nicht absehbar und wird sich sicher im Laufe der Woche regulieren.»

In anderen Städten wie Rostock, Greifswald, Neubrandenburg oder Wismar öffnen die Briefwahlbüros am 31. August, wie die Pressestellen der Städte miteilten. Im Briefwahlbüro in Greifswald stehen dann fünf Wahlkabinen bereit, wie eine Sprecherin sagte.

In Neubrandenburg rechnen sie besonders in der ersten Woche mit einem hohen Andrang, wie eine Stadtsprecherin erklärte. Bei der letzten Bundestagswahl gab es in der drittgrößten Stadt des Landes demnach rund 15.000 Briefwähler, von denen etwa die Hälfte von der Möglichkeit der Briefwahl vor Ort Gebrauch machte. «Mit diesem Anteil wird auch bei der Landtagswahl 2026 gerechnet», so die Sprecherin.

Boden wirbt um Verständnis, sollte es zu Wartezeiten kommen. Auch am Wahlsonntag werde es zu bestimmten Tageszeiten zu Wartezeiten kommen, erklärte er. «Insoweit sollten auch die Personen, die vor Ort Briefwahl machen möchten, etwas Geduld und Verständnis dafür mitbringen, das sich auch das Personal für dieses Angebot erst einarbeiten muss. Ich bin überzeugt, dass sich in Kürze Routine bei dem Angebot der Briefwahl vor Ort in den Gemeinden, die diese anbieten, einstellen wird.»

Die Briefwahl ist nicht unumstritten - die AfD etwa sieht sie kritisch. Der Landesvorsitzende und Ministerpräsidenten-Kandidat der Partei in MV, Leif-Erik Holm, erklärte: «Ich werbe dafür, ins Wahllokal zu gehen. Die Briefwahl ist anfälliger für potenzielle Manipulationsversuche.» Außerdem führe eine Wahlentscheidung, die sich über Wochen hinziehe, zu verfälschten Ergebnissen, weil sich die politische Lage immer verändere. «Ich finde, wir müssen die Briefwahl wieder zur Ausnahme allein für kranke und nicht mobile Bürger machen», meinte Holm.

Landtagspräsidentin Birgit Hesse hingegen verteidigt die Briefwahl. Diese ermögliche Menschen, die am Wahltag nicht zu Hause seien, von ihrem Stimmrecht überhaupt Gebrauch zu machen, sagte sie. Die Briefwahl sei sicher.

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