24. August 2026 – dpa

22. Verhandlungstag

Fall Fabian: Pause nach Hälfte der Aussage der Angeklagten

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian steht heute die Angeklagte im Fokus. Sie äußert sich erstmals selbst im Verfahren - nach zwei Stunden ist zunächst Pause.

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Die Angeklagte sprach am 22. Verhandlungstag erstmals während des Prozesses.

Im Mordprozess Fabian hat die Angeklagte vor Gericht ihre umfangreiche Aussage verlesen. Nach zwei Stunden unterbrach der Vorsitzende Richter Holger Schütt die Verlesung für eine Pause. Nach Angaben der Verteidigung hatte sie zu dem Zeitpunkt 50 der insgesamt 95 Seiten ihrer Erklärung verlesen. Dabei machte sie bislang nur allgemeine Aussagen - etwa zu ihrem Verhältnis zu verschiedenen Männern und ihrer psychischen Situation.

Die 30-jährige Angeklagte sprach über ihr schwieriges Verhältnis zur Mutter und dem häufigen Gefühl, überfordert zu sein. Sie ging auch auf den Vorwurf wechselnder Männerbekanntschaften mit finanziellen Hintergedanken ein. «Ich war geradezu süchtig nach Aufmerksamkeit und Komplimenten», sagte sie, als sie ihr Verhältnis zu mehreren Männern schilderte. Sie bestritt dabei aber, etwa die Beziehung zum Vater des ermordeten Fabian wegen Geldsorgen aufgenommen zu haben.

Der Prozess stößt seit Beginn auf ein großes öffentliches Interesse. Die ersten Zuschauer stellten sich bereits gegen 4.00 Uhr in der Früh am Landgericht an, um den Prozess zu verfolgen. Allerdings fanden bei Weitem nicht alle Platz im großen Saal 2.002, wo es 100 Zuschauerplätze und 50 Medienplätze gab. Der Prozess wird seit seinem Beginn am 28. April von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Zuschauer und Journalisten müssen durch Sicherheitsschleusen.

Die Frau soll Fabian laut Anklage am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen.

In dem seit dem 28. April laufenden Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Als letzter Verhandlungstag ist bislang der 10. September terminiert. Dann könnte das Urteil gesprochen werden.

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