07. Oktober 2026 – dpa

Kürzungen

Rostock: Abbau der Beamtenstellen bis 2050 geplant

Die Kommunen müssen sparen. Die Hansestadt Rostock will daher die Zahl der Beamten reduzieren. Kritik kommt vom Beamtenbund – die Bürgermeisterin präzisiert den Zeitplan der Kürzungen.

cz3t4vewch-v8-ax-s2048.jpeg
Rostocks Oberbürgermeisterin Kröger beabsichtigt, Beamtenstellen abzubauen - ein langwieriger Prozess. (Archivbild)

Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) will den Beamtenapparat in der Hansestadt Rostock in den kommenden Jahren deutlich verkleinern. Von derzeit 155 Beamten in der Stadtverwaltung sollen am Ende noch 10 bleiben, bestätigte sie einen Bericht der «Ostsee-Zeitung». «Das wird aber Jahrzehnte dauern, ich rechne damit, dass wir erst 2050 damit fertig sind», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die Beamten würden ja nicht entlassen, sondern ihre Stellen, nachdem sie in Ruhestand getreten sind, nicht wieder neu als Beamtenposten ausgeschrieben werden.

Bereits in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Beamtenstellen in Rostock immer weiter zurückgegangen. «Dahinter steckte allerdings keine Strategie», vielmehr hätten offene Stellen teilweise nicht mehr besetzt werden können. Beamte hätten selbst über Perspektivlosigkeit geklagt, weil es zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten gegeben habe. «Der Prozess hat vor etwa zehn Jahren begonnen», schätzt sie.

Nach ihrer Amtseinführung 2023 stand Kröger daher eigenen Angaben nach vor der Wahl, entweder die Zahl der Beamtenstellen deutlich auszubauen, oder aber im Gegenteil abzubauen. Sie habe sich aus Kostengründen für die zweite Variante entschieden. Schon jetzt müsse Rostock elf bis zwölf Millionen Euro pro Jahr an Pensionsrücklagen für Beamte bilden.

Kritik an den Plänen kam vom Deutschen Beamtenbund. Damit würden keine Kosten gespart, sondern lediglich in die Zukunft verlagert, während die Hansestadt als Arbeitgeber unattraktiver werde, heißt es. Kröger nahm die Kritik mit «Erstaunen» zur Kenntnis, schließlich habe der Beamtenbund zuvor immer wieder «Rekordlücken» zwischen offenen Beamtenstellen und der Bewerberzahl festgestellt. «In einer Zeit, wo der Staat schlanker werden soll, können wir nicht ausbauen – so ein Vorschlag ist völlig aus der Zeit gefallen», sagte sie.

Nicht betroffen von den Kürzungen sind die Stellen bei der Feuerwehr.

News zum Nachhören

Aktuelles aus Mecklenburg-Vorpommern

Polizeimeldungen

Weitere Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

undefined
Audiothek