03. August 2026 – dpa

Rentenreform

Schwesig: Argument gegen «Rente mit 63» gilt nicht für Osten

Manuela Schwesig stellt sich erneut gegen die Abschaffung der abschlagsfreien «Rente mit 63». Ein Argument weist sie zurück - und betont die besondere Situation vieler Ostdeutscher.

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Schwesig lässt das Argument, vor allem Männer und Besserverdienende profitierten von der «Rente mit 63», mit Blick auf Ostdeutschland nicht gelten (Archivbild).

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig weist in der Diskussion um die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente das Argument zurück, dass vor allem Gutverdiener und Männer davon profitierten. «Mein Eindruck ist, dass sich die Rentenkommission nicht konkret auch mit der besonderen ostdeutschen Biografie beschäftigt hat», sagte die SPD-Politikerin im ZDF-«Morgenmagazin».

In Ostdeutschland gebe es überdurchschnittlich viele Menschen, die 45 Jahre oder auch 47 oder 49 Jahre gearbeitet hätten. Die typische Biografie sei jetzt wie früher, dass viele mit 16 anfingen zu arbeiten und in die Rentenversicherung einzuzahlen. Gerade von Frauen erhalte sie viele Schreiben zur Abschaffung dieser sogenannten Rente mit 63 (aktueller Jahrgang: mit 64,5 Jahren).

Im Bericht der Experten-Kommission heißt es, vom abschlagsfreien früheren Rentenzugang profitierten vor allem Besserverdienende, Gesündere und Männer - während Geringverdienende, Personen mit weniger stabilen Erwerbsverläufen und Frauen sie nicht in Anspruch nehmen könnten.

«Wer mehr arbeitet, muss besser gestellt sein, als wenn er weniger arbeitet», sagte hingegen Schwesig. Man solle lieber überlegen, wie alle anderen länger arbeiteten und einzahlten. «Denn der Durchschnitt arbeitet nur 37 Jahre und zahlt nur 37 Jahre ein.»

Schwesig stellte sich damit erneut an die Seite ihrer drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen), die sich offen gegen die Empfehlung der Rentenkommission gestellt haben.

Schwesig betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern einem Rentenpaket, welches die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abschafft, im Bundesrat nicht zustimmen werde. Kretschmer hatte dies beim Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einigen Tagen ebenfalls angekündigt.

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