07. September 2026 – dpa
Nach dem AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt meldet sich SPD-Wahlkämpferin Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Zorn hat ein Ziel in Berlin.
Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern übt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). «Der Ton des Kanzlers muss anders werden», sagte die SPD-Spitzenkandidatin im ZDF. Seine Aussage, die Menschen arbeiteten nicht genug, gehe an der Lebensrealität in ihrem Bundesland vorbei.
«Viele arbeiten hart», sagte Schwesig. Viele führen zur Arbeit und litten unter zu hohen Spritpreisen. «2,42 ist absolut zu viel, und der Kanzler lässt es seit Monaten laufen», fügte sie hinzu. Merz lehne Vorschläge der SPD für einen Preisdeckel und eine Übergewinnsteuer ab. «Er kann gerne einen Vorschlag ablehnen, muss aber einen eigenen machen und muss die arbeitende Mitte unterstützen», sagte die SPD-Politikerin.
Hintergrund der Kritik ist der hohe Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Schwesig stellt sich mit ihrer SPD in knapp zwei Wochen zur Wiederwahl. In jüngsten Umfragen liegt die SPD mit 32 Prozent hinter der AfD, die auf etwa 35 Prozent Zustimmung kommt.
Zur Reformpolitik der schwarz-roten Bundesregierung sagte Schwesig: «Ich finde es sehr wichtig, dass die SPD darauf achtet, wenn Reformen gemacht werden, dass sie auch wirklich gerecht sind. Und wenn 81 Prozent mit den Reformen unzufrieden sind, zum Beispiel gerade bei Rente und Pflege, dann kann ja nicht alles richtig sein.»