06. Juli 2026 – dpa
Ihre Vorliebe für bestimmte Standorte kann Fischadler zu gefährlichen Nestbauten verleiten. Ein Energieversorger schafft Alternativen, und nicht nur das.
Was hat ein Energieunternehmen mit jungen Fischadlern zu tun? Fischadler brüten vorzugsweise auf Bäumen mit gutem Rundumblick und guten Anflugmöglichkeiten. Da derartige Bäume in der modernen Forstwirtschaft Mangelware sind, nutzen die Vögel gern Strommasten, wie der Energieversorger Wemag erklärt. Dies könne aber gefährlich werden, etwa wenn Äste auf die Leitungen fielen und nass würden. Kurzschlüsse und Stromausfälle, aber auch verletzte Tiere seien mögliche Folgen.
Darum stellt die Wemag Ausweichmasten auf und kümmert sich auch darüber hinaus um die Vögel. Nun fand wieder eine Beringung von jungen Fischadlern statt in der Nähe von Neustadt-Glewe (Ludwigslust-Parchim). Dabei wurden laut Wemag ein Horst auf einem Ausweichstandort und einer auf einem mittlerweile stillgelegten Strommast angefahren.
Die wenige Wochen alten Jungvögel seien mit Hilfe der Hubarbeitsbühne aus dem Horst genommen und am Boden beringt worden. Die Beringung diene zur Erfassung und Beobachtung der Bestandsentwicklung, Bewegungsmuster und Verhaltensweisen der Tiere.
Strommasten hätten aus Sicht der Vögel die Vorteile, dass sie nicht schwankten und sich Feinde nicht unbemerkt anschleichen könnten. Noch besser seien aber die Ausweichstandorte, da sie keine Stromleitungen hätten. Sie bestünden aus einem Betonmast mit einem Metallkorb, der mit Weidenzweigen und anderen Zweigen befüllt werde. Die Tiere nehmen die Masten laut Wemag oft ohne Probleme an.
Nach Unternehmensangaben betreuen ehrenamtliche Vogelschützer im Wemag-Netzgebiet mehr als 50 Horste. Der Energieversorger unterstütze den Vogelschutz mit Geld und Technik.