"Ab in die Pilze"

Pilzberatung bei uns im Land

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Derzeit sprießen in den Wäldern bei uns in Mecklenburg-Vorpommern die Pilze aus dem Boden. Pilzsammler kommen hier also derzeit voll auf ihre Kosten. Doch welche Pilze sind wirklich zum Verzehr geeignet und welche nicht? Auf dieser Seite könnt ihr euch über Pilzberatungsstellen bei uns im Land informieren. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 40 ehrenamtliche Pilzberater, die Pilzbefunde begutachten sowie Hinweise zur Bestimmung und zur Zubereitung von Pilzen geben.

HINWEISE FÜR PILZSAMMLER
Sammelt nur die Speisepilze, die ihr sicher kennt. Wenn ihr euch unsicher seid, bringt eure Funde zur Pilzberatung.

Euch unbekannte Arten solltet ihr getrennt von den euch bekannten Speisepilzen in einem extra Korb sammeln.

Damit die Pilzberater einen Pilz bestimmen können, solltet ihr die Pilze in unterschiedlichen Altersstadien sammeln. Wichtig ist dabei, dass alle Merkmale des Pilzes vorhanden sind (Hut, Stiel, ggf. Stielknolle).

Verwendet zum Sammeln der Pilze luftdurchlässige Gefäße, z. B. Körbe. In Kunststofftüten können Pilze schwitzen und sich bei längerer Lagerung zersetzen. Wenn sie dann verzehrt werden, kann es zu einer Lebensmittelvergiftung kommen.

Sammelt nur einwandfreie Pilze (keine Maden, keinen Schimmel) und befreit die Pilze schon im Wald vom groben Dreck. Frisch gesammelte Pilze können geputzt für ein bis zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Pilze an viel befahrenen Straßen oder auf Industrieflächen können Schadstoffe anreichern und sollten deshalb dort nicht gesammelt werden.

Für den Verzehr müssen Pilze gut und ausreichend lange erhitzt werden (10 bis 15 Minuten). Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind Pilze aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes schwer verdaulich, zum anderen gibt es roh giftige Speisepilze wie den Hallimasch oder den Perlpilz, bei denen erst durch das Erhitzen die Toxine zerstört werden. Pilzmahlzeiten können auch am nächsten Tag wieder erwärmt werden, wenn sie nach der ersten Zubereitung im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Alte "Hausmittel", wie das Mitkochen eines Silberlöffels oder von Zwiebeln, sind tabu. Sie erlauben keinen Hinweis auf die Essbarkeit der Pilze, genau so wenig wie Fraßspuren von Tieren.

Pilze sind mit Ausnahme von geringen Mengen an Champignons generell nicht für den Rohverzehr geeignet.

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HINWEISE BEI PILZVERGIFTUNGEN

  • Beim geringsten Verdacht auf eine Pilzvergiftung ist unverzüglich ein Arzt zu informieren.
  • Beruhigt den Betroffenen.
  • Stellt Putz- und Speisenreste sowie ggf. Erbrochenes sicher.
  • Kein Erbrechen auslösen!
  • Giftnotrufzentralen verfügen über Listen der Pilzberater, die ggf. den Pilz bestimmen können. Bei bekanntem Pilz gibt der Giftnotruf Auskunft über die einzuleitenden Gegenmaßnahmen.

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PILZBESTIMMUNGS-APPS
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. hat alle gängigen Pilz-Apps getestet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bestimmung von Pilzen auch durch eine App nicht leichter wird. Keines der getesteten Produkte kann einen unerfahrenen Anwender sicher durch die verwirrende Vielfalt an Pilzarten und Fruchtkörperformen geleiten, die man im Wald findet. "Ein Speisepilzsammler, der sich bei der Bestimmung nur von einer App leiten lässt, spielt grob fahrlässig mit seiner Gesundheit." - so das Fazit.

Wiederum für einen geübten Anfänger oder mäßig Fortgeschrittenen können solche Apps bei der Bestimmung unterstützen oder zum Auffrischen von Wissen dienen. Allerdings werde von keinem der Produkte das Potenzial ausgeschöpft.

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