17. Juni 2026 – dpa
Mit einem Festakt erinnern Nordfriesen an die 600 Jahre alte Siebenhardenbeliebung – ein Symbol für Freiheit und regionale Eigenständigkeit im hohen Norden.
600 Jahre ist es her, dass die Nordfriesen erstmals ihre Freiheitsrechte niederschrieben. Am 17. Juni 1426 trafen sich Vertreter von sieben Harden in der St. Nikolai-Kirche in Boldixum auf Föhr, um ihr angestammtes Eigenrecht schriftlich zu fixieren. Genau 600 Jahre später wurde dies am historischen Ort gefeiert. Der Minderheitenbeauftragte der Landesregierung, Johannes Callsen, nannte die sogenannte Siebenhardenbeliebung laut einer Mitteilung einen «politischen Meilenstein und Symbol für Freiheit».
Das Dokument sei die älteste Aufzeichnung nordfriesischen Rechts und stehe für einen bemerkenswert frühen Ausdruck von Selbstverwaltung, Rechtsbewusstsein und regionaler Eigenständigkeit, sagte Callsen.
«Die Friesische Freiheit gehört zu den großen historischen Erzählungen des norddeutschen Küstenraums. Sie steht für den Anspruch freier Friesen, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln, eigenes Recht zu bewahren und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.»
Laut Callsen erinnern 600 Jahre nordfriesische Freiheit nicht nur an die Vergangenheit. «Sie erinnern uns auch daran, dass kulturelle Vielfalt, regionale Identität und demokratische Teilhabe immer wieder neu gepflegt und geschützt werden müssen.»