11. August 2026 – dpa
Kräne und Bagger beginnen mit dem Abriss eines maroden Altbaus in Hamburg. Die Bewohner verlieren nicht nur ihr Zuhause, sondern wohl auch fast alle Habseligkeiten.
Die Abrissarbeiten an einem einsturzgefährdeten Wohnhaus in Hamburg-Altona haben begonnen. Am Vormittag nahmen Schwerlastkräne und Bagger die Arbeit auf, um den hinteren Gebäudeteil des fünfstöckigen Altbaus in der Holstenstraße zu beseitigen.
Vor gut zwei Wochen waren an dem Gebäude mit der Hausnummer 195/197 erhebliche Mängel festgestellt worden. Die Mieterinnen und Mieter mussten daraufhin das Haus umgehend verlassen. In der Folge wurden aus Sicherheitsgründen auch die Nachbarhäuser 191/193 sowie 199 geräumt.
Besonders tragisch für die vom Abriss betroffenen Mieterinnen und Mieter ist, dass sie nicht nur ihr Zuhause verlieren, sondern voraussichtlich auch praktisch all ihre Habseligkeiten: Wegen der akuten Einsturzgefahr - an tragenden Teilen des 1894 erbauten Gebäudes waren massive Risse entdeckt worden - durfte niemand das Gebäude betreten. Einige wenige Dinge konnte die Polizei noch retten, als sie überprüfte, ob das Abbruchhaus wirklich leer ist.
Am Montagnachmittag hatten sich nach Polizeiangaben rund 300 Menschen vor dem Gebäude mit den Bewohnerinnen und Bewohnern solidarisiert. Der Mieterverein zu Hamburg sprach von einer dramatischen Situation für die Betroffenen. Es müsse für sie schnell und unbürokratisch Ersatzwohnraum zur Verfügung gestellt werden. Zudem müsse der Eigentümer des maroden Gebäudes zur Verantwortung gezogen werden. Um künftige Fälle zu verhindern, forderte der Mieterverein einen «Wohnraum-TÜV» mit einer Nachweispflicht eines guten Gebäudezustands.