29. Juni 2026 – dpa
Tiefseebergbau ohne Regeln? Auf der HSC will das Bundesumweltministerium mit Unternehmen und WWF ein Zeichen gegen Ausbeutung setzen – und neue Wege für Recycling und Kreislaufwirtschaft diskutieren.
Die Bundesregierung will auf der internationalen Hamburg Sustainability Conference (HSC) den Schutz der Tiefsee voranbringen. «Gemeinsam mit wichtigen Unternehmen setzen wir auf der Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz ein starkes Signal gegen die Ausbeutung der Tiefsee - denn wir wissen noch viel zu wenig über sie», erklärte Bundesumweltminister Carsten Schneider. Würde eine kluge Kreislaufwirtschaft etabliert und würden seltene Metalle recycelt, dann würden keine Rohstoffe aus den Meeren gebraucht, betonte der SPD-Politiker.
Auf Initiative der Umweltorganisation WWF will das Ministerium am Rande Konferenz global agierende Unternehmen zusammenbringen, die im Tiefseebergbau den von Deutschland vorangetriebenen Vorsorgeansatz unterstützen. Derzeit liefen im Rahmen der Internationalen Meeresbodenbehörde Verhandlungen über ein Regelwerk für den potenziellen Abbau mariner mineralischer Ressourcen aus der Tiefsee. Dabei setzt sich Deutschland mit derzeit 42 weiteren Staaten den Angaben zufolge dafür ein, dass kommerzieller Tiefseebergbau nicht genehmigt wird - sofern das Regelwerk nicht sicherstellt, dass die Umwelt gegen die Auswirkungen solcher Abbauvorhaben geschützt werden kann.
Die Hamburg Sustainability Conference (HSC) startet am Vormittag unter dem Motto «Die Kraft der Zusammenarbeit: Gemeinsam Fortschritt vorantreiben» in ihre dritte Runde. Im Zentrum des internationalen Nachhaltigkeitstreffens stehen die Themen widerstandsfähige Volkswirtschaften, Technologie und die Zukunft des Planeten, wie die Veranstalter mitteilten. Es gehe aber auch um Risiken und Konflikte sowie um die Zukunft menschlicher Zusammenarbeit. Eröffnet werde die Konferenz im Rathaus von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Die Vereinten Nationen haben sich vor elf Jahren in der Agenda 2030 insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene gegeben. Sie gelten weltweit - zu den Zielen gehören ein Ende der Armut und des Hungers, sauberes Wasser und saubere Energie, aber auch menschenwürdige Arbeit, hochwertige Bildung, Klimaschutz und Frieden. Das Problem: Nach wie vor hapert es an der Umsetzung - ein Umstand, den die Nachhaltigkeitskonferenz in Hamburg konkret angehen will.
Daneben will das Bundesumweltministerium im Rahmen der HSC zusammen mit Interpol bei einem Runden Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern von Regierungen, internationalen Organisationen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft die Bekämpfung von grenzüberschreitender Umweltkriminalität ausbauen. Für das Ministerium wichtig ist zudemdie Green Guarantee Group (GGG). Sie diskutiert auf der HSC, «wo weitere Synergien für grüne Finanzierungen erzielt werden können und welche Erfahrungen sich von staatlichen Exportkreditagenturen übertragen lassen».