06. November 2026 – dpa
Bei Erkrankungen an Diabetes Typ 2 liegt Schleswig-Holstein weiter unter dem Bundesdurchschnitt. Die Zahl der Betroffenen steigt allerdings. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Arzneimittelkosten.
Bei der chronischen Erkrankung Diabetes Typ 2 steht Schleswig-Holstein deutlich besser da als Deutschland im Durchschnitt. Dennoch steigt die Zahl der Betroffenen auch im Norden von Jahr zu Jahr, wie aus Zahlen der Krankenkasse AOK NordWest zum Welt-Diabetes-Tag am 14. November hervorgeht.
Danach waren im Jahr 2024 rund 235.300 Menschen ab 20 Jahren in Schleswig-Holstein an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2017 betrug der Anstieg 13,2 Prozent, wie die Krankenkasse mitteilte.
2024 waren in Schleswig-Holstein 9,7 Prozent der Bevölkerung an Diabetes Typ 2 erkrankt. Der Bundesdurchschnitt lag bei 11,2 Prozent. Innerhalb des nördlichsten Bundeslandes gibt es große regionale Unterschiede. So waren in Flensburg 6,7 Prozent der Einwohner betroffen, im Kreis Steinburg aber 11,3 Prozent.
Die Ausgaben für Diabetes-Medikamente steigen in Schleswig-Holstein deutlich schneller als die Zahl der Erkrankten. Allein 2024 seien die Ausgaben für alle gesetzlich Krankenversicherten um 11,3 Prozent auf 116,8 Millionen Euro gestiegen. Im Fünf-Jahresvergleich betrug die Steigerung rund 51 Prozent.
Da die Erkrankung gefährliche Begleit- und Folgeerkrankungen nach sich ziehen könne, dürfe man bei der Diabetesprävention nicht nachlassen, so der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann. Neben dem Alter und einer erblichen Veranlagung spielten Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress oder ungesunde Ernährung eine große Rolle.
In Deutschland erkranken nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft jährlich mehr als eine halbe Million Erwachsene neu an Diabetes. Aktuell leben den Angaben zufolge etwa 8,7 Millionen Menschen mit dieser Erkrankung. Rund 95 Prozent von ihnen haben Typ-2-Diabetes. Bei dieser Erkrankung reagieren die Körperzellen schlechter oder gar nicht mehr auf das körpereigene Hormon Insulin. Somit gelangt weniger Zucker aus dem Blut in die Körperzellen und der Blutzuckerspiegel ist erhöht.