01. September 2026 – dpa
Schleswig-Holstein punktet beim CO2-Ausstoß der Dienstwagen, Mecklenburg-Vorpommern bleibt weit zurück. Was die DUH-Untersuchung über die Autos der Landesregierungen zeigt.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat nach Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge den Dienstwagen mit dem niedrigsten CO2-Ausstoß unter den Regierungschefs der Länder. Sein vollelektrisches Auto kommt laut DUH auf 67 Gramm je Kilometer. Özdemir liegt mit 66 Gramm knapp davor.
Die rote Laterne unter den Länderchefs hält Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zusammen mit ihren Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen und Berlin, Hendrik Wüst (CDU) und Kai Wegner (CDU). Ihre Dienstwagen stoßen pro gefahrenem Kilometer jeweils 262 Gramm des klimaschädlichen Treibhausgases C02 aus.
In der Gesamtwertung der Landesregierungen erhält Schleswig-Holstein mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 112 Gramm pro Kilometer eine gelbe Karte. Gemeinsam mit Berlin (99) und Baden-Württemberg (109) zählt Schleswig-Holstein laut DUH damit zu den Ländern mit dem geringsten CO2-Ausstoß. Eine grüne Karte gibt es für keine der Landesregierungen. Die DUH wertet Fahrzeuge mit höchstens 93,6 Gramm CO2 je Kilometer als grün, bis 112,3 Gramm als gelb und darüber als rot.
Hamburg belegte im Bundesländer-Ranking der DUH Platz vier, bekam aber mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 117 Gramm pro Kilometer bereits eine rote Karte. Pluspunkte bei der DUH sammelte insbesondere Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Karen Pein: Durch den Umstieg auf ein Elektroauto hat sie den CO2-Ausstoß ihres Dienstwagens von 134 auf 50 Gramm je Kilometer reduziert.
Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern (181), das wie Sachsen-Anhalt (178) auch 2026 vollständig auf batterieelektrische Dienstwagen verzichtet.
Die DUH, die die Flotten im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 abgefragt hatte, monierte, dass Spitzenpolitikerinnen und -politiker insgesamt wieder zunehmend auf Dienstwagen mit Verbrennungsmotoren setzten. Das sei im Jahr 2026 völlig absurd, sagte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. «Die Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierungen verfehlen ihre Vorbildfunktion massiv», sagte Metz.
Bund und Länder sollten laut DUH bei der Neubeschaffung konsequent auf Elektroautos setzen und keine Plug-in-Hybride kaufen. Sogenannte Plug-in-Hybride sind Fahrzeuge, die sowohl mit Treibstoff als auch mit Strom gefahren werden können. Umweltschützer kritisieren, dass sie in der Praxis häufig mit Verbrennungsmotor gefahren werden. Sie machen den Angaben zufolge den größten Anteil der Dienstwagen-Flotte aus. Die Umwelthilfe nimmt für ihre Auswertung einen elektrischen Fahranteil von rund 11 Prozent an, um den CO2-Ausstoß der Autos zu ermitteln.