01. September 2026 – dpa
Nach dem schwierigen Vorjahr erwarten Obstbauern in Mecklenburg-Vorpommern eine deutlich bessere Apfelernte – und setzen auf einen besonderen Schwerpunkt beim Bio-Anbau.
Nach einem schwachen Vorjahr können sich Mecklenburg-Vorpommerns Obstbauern auf eine deutlich bessere Apfelsaison freuen. Die Prognose: Zwischen 24.000 und 25.000 Tonnen Äpfel sollen in diesem Jahr geerntet werden. Das entspricht einem Plus von mehr als 40 Prozent gegenüber der Vorjahresernte, wie das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern mitteilt.
Agrarstaatssekretär André Konsolke eröffnet am Dienstagnachmittag in Dodow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) offiziell die Apfelsaison im Land. «Nach einem schwierigen vergangenen Jahr können unsere Obstbaubetriebe mit deutlich besseren Ernteaussichten in die neue Saison starten», sagte Konsolke.
Ganz reibungslos verlief das Apfeljahr allerdings nicht: Auf milde Apriltage folgten kalte Nächte, sodass mehrfach Frostschutzberegnung nötig war. Größere Schäden durch Blütenfrost blieben aber aus. Im Juni und Juli sorgten Hagel und Sonnenbrand für vereinzelte lokale Schäden. Insgesamt kam Mecklenburg-Vorpommern aber gut durch den Sommer, anders als viele andere Regionen Deutschlands blieb das Land von größerer Trockenheit verschont. Dies kam dem Wachstum und der Fruchtentwicklung zugute.
44 Betriebe bauen in Mecklenburg-Vorpommern auf 1.546 Hektar Äpfel an, die mit Abstand wichtigste Baumobstsorte im Land. Bemerkenswert dabei ist, dass fast 90 Prozent der Anbaufläche ökologisch bewirtschaftet werden. «Das ist ein starkes Profil für den Apfelanbau in Mecklenburg-Vorpommern», so Konsolke. Zugleich zeige dies, welche Leistungen die Betriebe für eine nachhaltige Landwirtschaft erbrächten.
Eine weitere Besonderheit: Anders als in vielen anderen Anbauregionen landet der Großteil der Äpfel aus MV nicht als Tafelobst im Handel. 85 bis 90 Prozent der Ernte wird zu Saft, Mark, Mus oder Trockenobst verarbeitet. Damit ist der Verarbeitungsanteil deutschlandweit einmalig hoch.
Wirtschaftlich bleibt die Lage dennoch angespannt. Die vergangene Tafelapfelsaison litt unter hohen Lagerbeständen und schwacher Nachfrage. Der Handel griff trotz ausreichend deutscher Ware oft zu Importäpfeln. Auch jetzt zu Saisonstart trifft noch eingelagerte Ware aus dem Vorjahr auf die frische Ernte. Konsolke mahnt: «Regionalität darf kein Werbeversprechen sein - sie muss sich auch im Regal wiederfinden.»
Etwas Hoffnung auf bessere Preise gibt es aus europäischer Perspektive: EU-weit wird mit rund 9,5 Millionen Tonnen Äpfeln gerechnet, etwa 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch in Deutschland fällt die Ernte mit prognostizierten 934.000 Tonnen wohl um 18 Prozent geringer aus.
Marktteilnehmer erwarten deshalb bessere Erzeugerpreise als in der vergangenen Saison. «Wir haben voraussichtlich eine ordentliche Ernte und zugleich die Chance auf bessere Marktbedingungen», resümierte Konsolke.