09. August 2026 – dpa

SV Darmstadt 98

Fast tragische Figur: Vukotic stellt «Karma wieder auf null»

Aleksandar Vukotic rettet den Lilien mit seinem Tor gegen Kiel einen Punkt, nachdem er zuvor die beiden Treffer der Gäste verschuldet hatte. Konkurrent Maglica verlässt den Zweitligisten dagegen.

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Aleksandar Vukotic bejubelt sein Tor zum 2:2-Endstand gegen Kiel.

Am Ende einer wilden Partie schrie Aleksandar Vukotic noch einmal seine Erleichterung heraus. «Er hat sein Karma wieder auf null gestellt», sagte Trainer Florian Kohfeldt vom SV Darmstadt 98 über die wechselhafte Vorstellung seines Spielers beim 2:2 (0:2) zum Zweitliga-Start gegen Holstein Kiel.

Der 31-Jährige hätte beim Saisonauftakt zur tragischen Figur werden können. Beide Tore des Gegners hatte der Serbe verschuldet, leitete mit einem Fehlpass die Führung durch den Argentinier Guillermo Balzi in der achten Minute ein und begünstigte durch ein missratenes Stellungsspiel den Kopfballtreffer von Phil Harres (42.). Doch nach dem Anschlusstor des eingewechselten Lilien-Neuzugangs Ho-Jae Lee (76.) stellte Vukotic nach einer Ecke per Kopf den Ausgleich her und beeindruckte seinen Coach dann noch mit einem «Big Safe» gegen Harres.

«Vielleicht ist es gut, dass mir diese Fehler jetzt gleich am Anfang passieren», sagte Vukotic später. «So kann ich darüber nachdenken und sie in Zukunft vermeiden.»

Kohfeldt zeigte in der Pressekonferenz Verständnis für die Patzer. Die vergangenen Monate seien «nicht easy» für Vukotic gewesen. Im Oktober hatte der Innenverteidiger seinen Stammplatz an Matej Maglica verloren - und das, obwohl er Mitglied des Mannschaftsrates war. «Das hat ihn zwei Monate lang echt beschäftigt», sagte Kohfeldt. «Aber er war immer für die Mannschaft da» und habe sich sehr professionell verhalten. Jetzt habe er Vukotic vor Saisonbeginn klargemacht, dass die Idee sei, ihn wieder einzubauen.

Hinzu kommt, dass Maglica die Südhessen nach Aussagen von Sport-Geschäftsführer Paul Fernie verlassen wird. Der Abwehrspieler befindet sich bereits in Gesprächen mit einem anderen Club und stand schon am Samstag nicht mehr im Kader. Dass Vukotic nach dem Spiel ein Trikot des scheidenden Stammplatz-Konkurrenten trug, hatte seinen Angaben nach damit aber nichts zu tun. Er habe sein eigenes Shirt einem Fan gegeben, erklärte er, und dieses sei das Einzige, das ihm auch noch passe.

Seine Haltung und seine Einstellung entsprechen dem, was sich Kohfeldt für seine ganze Mannschaft vorstellt. «Wir sind weit davon entfernt zu sagen, dass wir fertig sind mit unserer Entwicklung», sagte der 43-Jährige. Nach dem großen Umbruch im Sommer und mit zahlreichen Neuzugängen im Team wäre das auch noch zu früh. «Aber das Spiel heute hat mir extrem viel Mut für die Saison gegeben.»

Nicht nur, weil Neuzugang Lee gleich sein erstes Tor erzielte oder der 17-jährige Manolo Merx, der in der 68. Minute für den an Krämpfen leidenden Japaner Yosuke Furukawa kam, sich bei seinem Profidebüt viel Lob verdiente. Seine Mannschaft sei trotz des Rückstands 90 Minuten lang voller Glauben an einen positiven Ausgang gewesen, sagte Kohfeldt. «Wenn sie diesen Glauben behält, wird in dieser Saison eine Menge möglich sein.»

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