11. August 2026 – dpa

Storchenhochburg

Hamburgs Störche ziehen wieder in den Süden

129 junge Störche sind in dieser Saison entlang der Hamburger Elbe geschlüpft. Und die meisten sind sogar schon auf dem Weg in den Süden. Nun folgen bald die Eltern. Warum fliegen sie nicht gemeinsam?

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Drei von mehr als 100 Storchenküken, die in dieser Saison entlang der Elbe auf Hamburger Gebiet geschlüpft sind. (Archivbild)

Nach der Rekordbrutsaison der Hamburger Störche beginnt für die Tiere nun der beschwerliche Weg in den Süden. «Noch sind unsere Altstörche bei uns. Aber sie sammeln sich schon zu größeren Trupps. Die innere Uhr sagt ihnen, dass es bald soweit ist, sich auf den Weg zu machen in die Überwinterungsgebiete», sagt Storchenbetreuer Jürgen Pelch vom Naturschutzbund (Nabu) Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Das hänge auch mit den kürzer werdenden Tagen zusammen.

Die meisten jungen Störche sind indes bereits unterwegs. «Sie sind schon zwei bis drei Wochen nach dem Flüggewerden ganz alleine abgezogen.» Aber warum machen sich die Tiere nicht gemeinsam auf den Weg? Die Antwort ist einfach: «Die Altstörche müssen sich noch von der anstrengenden Aufzucht ihrer Jungen erholen.» Sobald sie wieder genügend Kraft haben, machen auch sie sich auf die große Reise. Bis Ende August dürften Pelch zufolge alle Altstörche aus Hamburg auf dem Weg sein.

«Unsere Westzieher überwintern zum Teil in Frankreich, Spanien und Portugal. Die anderen fliegen über die Meerenge von Gibraltar nach Marokko oder fliegen weiter nach Westafrika.» Es gebe aber auch Störche, die Richtung Osten unterwegs sind. Sie fliegen über den Balkan bis zum Bosporus. Dann weiter über den Sinai, Israel, Syrien und Ägypten bis nach Zentralafrika um dort zu überwintern. «Es fliegen sogar Störche bis nach Südafrika.»

Dass Jürgen Pelch und der Nabu die Routen der Hamburger Störche so genau kennen, liegt daran, dass einige der Weißstörche kleine GPS-Sender tragen. Auf diese Weise kann jeder im Internet sehen, wo die Tiere gerade sind.

In diesem Jahr sind entlang der Elbe so viele Störche aufgezogen worden, wie seit 100 Jahren nicht mehr. «49 Storchenpaare haben 129 Junge aufgezogen», sagte Pelch weiter. Der bisherige Rekord lag bei 113 Jungstörchen im Jahr 2024. 2025 hatte der Nabu 100 Storchenküken gezählt.

Hamburg gilt seit vielen Jahren als Hochburg für Störche. Sie ist laut Nabu, der die Zahlen deutschlandweit registriert, die Großstadt mit den meisten Weißstörchen. Auf der niedersächsischen Seite der Elbe im Landkreis Harburg leben Pelch zufolge ähnlich viele Tiere.

Die meisten Hamburger Weißstörche leben in den Vier- und Marschlanden, also im Bezirk Bergedorf. Vor 50 Jahren lebten auf Hamburger Grund lediglich acht Paare. Dass sich die Störche vor allem entlang der Elbe im Westen der Stadt so wohlfühlen und immer wieder kommen, liegt auch an den vielen Teichen, kurzen Wiesen, Feuchtwiesen und Gräben.

Störche ernähren sich vor allem von Kleintieren wie Fröschen, Lurchen, Mäusen und Maulwürfen. Jungstörche werden zu Beginn beispielsweise mit Regenwürmern gefüttert. An einem normalen Tag futtert eine Storchenfamilie
etwa vier Kilogramm.

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