05. August 2026 – dpa

Hamburger Bühne

Kampnagel-Sommerfestival will hoffnungsvolle Kunst zeigen

Das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel lädt zu drei Wochen Tanz, Theater, Kunst und Musik und lauschigen Abenden in einem verwunschenen Festival-Garten - bevor dort schließlich gebaut wird.

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Es ist wieder Sommerfest auf Kampnagel - das Publikum kann sich auf Tanz, Theater und Debatten freuen. (Archivfoto)

In der Sommerpause der Theater schlägt die Stunde der Festivals. In Hamburg lockt von heute an und bis zum 23. August das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel zu Veranstaltungen aus den Genres Tanz, Theater, Kunst und Musik. Diesmal stehen die drei Wochen unter dem Motto «hope!» (Hoffnung). Mehrere gastierende Künstlerinnen und Künstler präsentieren Arbeiten, die verdeutlichen sollen, wie man sich im Angesicht von persönlichen und globalen Katastrophen Zuversicht und Humor bewahrt.

Mitreißende Fröhlichkeit verspricht die Eröffnungsproduktion in der großen Halle. Die argentinische Choreographin Ayelen Parolin will politischen Protest und argentinischen Karneval in ihrem neuen Werk «Irresistible Revolution» verbinden.

Eine Woche später sorgt das choreographische Trio (La)Horde mit «Après Moi, Le Déluge» mit dem Ballet national de Marseille für ein großes Tanztableau über die Suche des Menschen nach Auswegen aus der drohenden Apokalypse.

Persönliche Schicksalsschläge verarbeiten Jacob Jonas, Choreograph aus Los Angeles, der die eigene Krebserkrankung in einen dreiteiligen Physical-Dance-Abend übersetzt, und Melanie Jame Wolf, die die eigene Brustkrebserkrankung in befreiende Comedy ummünzen will.

Manchmal ist die Leichtigkeit beim Sommerfestival auch gut versteckt. Das gilt etwa für das Kollektiv Susie Wang aus Norwegen, das in «Burnt Toast» zu einem vermeintlich konventionellen Theatererlebnis in die Lobby eines Hotels im Süden der USA lädt, wo das Geschehen aber schon bald in surreale - und sehr unterhaltsame - Horror-Elemente kippt.

Kein Geheimtipp mehr - sondern stets ausverkauft - sind die Theaterabende des österreichischen Theaterkollektivs Nesterval, bei denen das Publikum regelmäßig zum Mitspieler wird. Diesmal segelt «Das Schiff» auf der MS Stubnitz in Vergangenheit und Zukunft des Tourismus auf hoher See.

Auch große Debatten-Beiträge gehören seit jeher zum seit 2013 vom künstlerischen Leiter András Siebold verantworteten Festival. Am 14. August wird Julija Nawalnaja, Witwe des in Haft umgekommenen russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny, auf Kampnagel sprechen.

Ein umfangreiches Konzertprogramm ergänzt das Festival, diesmal unter anderem mit der malischen Sängerin Fatoumata Diawara, der britischen Jazz-Elektro-Band The Cinematic Orchestra in der Elbphilharmonie sowie Ana Frango Elétrico, Jimi Tenor und Sophia Kennedy auf Kampnagel.

Mitunter auf den zweiten Blick zu finden, ist der Humor beim ebenfalls hochmusikalischen Stammgast Christoph Marthaler. Der Schweizer Regisseur wird mit den Symphonikern Hamburg unter der Leitung von Sylvain Cambreling «Erste letzte Sekunde - eine Gala» inszenieren. Anlass sind anstehende Veränderungen auf Kampnagel.

Denn unmittelbar nach dem Festival werden die ehemaligen Maschinenfabrikhallen in Hamburg-Winterhude umfassend in Infrastruktur und Technik modernisiert und räumlich erweitert. Das Pariser Architekturbüro Lacaton & Vassal hatte dafür nach europaweiter Ausschreibung den Auftrag erhalten.

Insgesamt soll die Sanierung 168 Millionen Euro kosten. 60 Millionen Euro steuert der Bund bei, den Rest übernimmt die Stadt Hamburg. Vier Jahre sollen die Arbeiten dauern - bei einem angepassten, aber weiter laufenden Theater-Betrieb. Gute Gründe, das diesjährige Festival auch im stets fantasievoll gestalteten Festival-Garten besonders zu genießen.

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