10. August 2026 – dpa
Auf einem Spargelhof bei Uelzen finden Polizisten im Februar eine tote Frau und zwei schwer verletzte Söhne. Der Vater wird widerstandslos festgenommen. Im Prozess gesteht der Landwirt.
Ein 56 Jahre alter Landwirt hat den gewaltsamen Tod seiner Ehefrau zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg eingeräumt. «Was passiert ist, ist eine Katastrophe», sagte der Angeklagte, «es tut mir unfassbar leid». Zudem räumte er ein, kurz danach, am Abend des 25. Februars, versucht zu haben, seine zwei Söhne auf dem Hof in der Gemeinde Eimke (Landkreis Uelzen) in der Lüneburger Heide zu töten.
Er habe an dem Tag eine Nachricht von der Spargelvereinigung erhalten, die ihn getroffen habe. Als einziger Ausweg sei ihm der Selbstmord erschienen: «Ich wollte sie mit in den Tod nehmen». Der Mann begründete die Tat mit einer psychischen Ausnahmesituation.
Angeklagt ist der 56-Jährige wegen Mordes. Wie der Staatsanwalt ausführte, soll er seine Frau mit einer Eisenstange heimtückisch von hinten auf den Kopf geschlagen und ihr schwerste Verletzungen zugefügt haben. Weil sie noch nicht tot war, habe er ihr ein Messer in die Brust gestoßen.
Danach habe er seinen jüngeren Sohn mit der Stange attackiert. Erst der hinzugekommene damals 17-jährige Sohn habe ihm die Eisenstange wegnehmen können. Beide Kinder erlitten schwerste Verletzungen und leiden an posttraumatischen Belastungsstörungen.
Die Staatsanwaltschaft geht von einer schweren depressiven Störung aus, die seine Handlungssteuerung beeinträchtigt habe. Die Kammer hat drei Sachverständige hinzugezogen, um zu klären, ob der Angeklagte krankheitsbedingt beeinträchtigt gewesen war. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.
Anträge der beiden Söhne als Nebenkläger auf Ausschluss der Öffentlichkeit wurden von der Strafkammer zurückgewiesen. Sie wollen beide nicht als Zeugen aussagen oder vor Gericht erscheinen.