29. September 2026 – dpa

Bundeswehr

Neuer Marinehafen an der Nordsee: Emden setzt sich durch

Bislang ist in Wilhelmshaven der einzige deutsche Marinehafen an der Nordseeküste. Das wird sich ändern, denn die Marine hat einen Standort für einen neuen Hafen ausgewählt.

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Auf der Suche nach einem Standort für den Bau eines neuen Marinehafens hat sich die Bundeswehr auf einen Ort festgelegt. (Archivbild), Foto: picture alliance/dpa

Deutschland bekommt einen zweiten Marinehafen an der Nordseeküste: Nach dpa-Informationen soll der neue Militärstandort im ostfriesischen Emden entstehen. Der bislang einzige Marinehafen an der Nordsee liegt in Wilhelmshaven.

Nach dpa-Informationen braucht die Marine eine Fläche von 40 Hektar mit Option auf weitere 10 Hektar. Der neue Marinehafen soll Liegeplätze für sieben Fregatten, zehn Minensucher und zehn Schlepper bieten. Voraussichtlich soll dort eine vierstellige Zahl an Soldaten und zivilen Mitarbeitern tätig sein.

Verteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (beide SPD) werden am 5. Oktober in Emden erwartet, wie aus einer Einladung der Staatskanzlei in Hannover hervorgeht. Sie wollen das «weitere Vorgehen hinsichtlich eines möglichen neuen Marinestützpunktes erläutern», heißt es darin. Dabei sein sollen auch der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wilhelm Tobias Abry, und Emdens erster Stadtrat Horst Jahnke (SPD).

Pistorius wollte sich auf Nachfrage bei einem Termin heute in Bremen nicht zu einer möglichen Entscheidung zum Standort äußern.

Für die Standortsuche hatte sich die Marine in den vergangenen Monaten mehrere Küstenorte angeschaut. Darunter war auch der Hafen von Bremerhaven, wo schon jetzt militärische Güter etwa bei Truppentransporten und Verlegeübungen umgeschlagen werden.

Zum Auswahlverfahren, den Kriterien und den möglichen Orten wurden keine Einzelheiten bekanntgegeben. Das Verteidigungsministerium hatte zuletzt auf «neue Standort- und Liegenschaftserfordernisse» verwiesen, die sich durch den geplanten Aufwuchs der Streitkräfte ergäben.

Die Staatskanzlei in Hannover hatte sich zuletzt für Emden als einen Marinestandort ausgesprochen. Bis 1997 hatte es in der größten Stadt Ostfrieslands einen Marinestützpunkt gegeben. Niedersachsen sei Bundeswehrland Nummer Eins, hatte eine Sprecherin von Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) auf Anfrage zuletzt gesagt. Entsprechend habe die Landesregierung «großes Interesse an einem starken Standort Emden».

Der Emder Hafen verfügt laut der landeseigenen Hafeninfrastrukturgesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts) unter allen niedersächsischen Häfen über das größte noch ungenutzte Flächenpotenzial. Ein Areal wäre der sogenannte Rysumer Nacken, eine Hafenerweiterungsfläche an der Ems westlich der Seehafenstadt und im Eigentum des Landes. Die Stadt Emden, NPorts und das Land überlegen seit Jahren, wie die Fläche zur weiteren Entwicklung des Hafens genutzt werden kann – bislang gab es Pläne für eine zivile Nutzung.

Der aktuell einzige Marinehafen an der Nordseeküste liegt in Wilhelmshaven. Es ist auch der größte Bundeswehr-Standort überhaupt. Neben dem Marinestützpunkt zählen dazu unter anderem ein Marinearsenal und ein Logistikzentrum. Am Marinestützpunkt ist die Einsatzflottille 2 stationiert – einer der drei Großverbände der Deutschen Marine. Dazu gehören Fregatten, Einsatzgruppenversorger und Flottentanker.

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