06. Oktober 2026 – dpa
Hamburgs Gymnasialleitungen warnen vor Folgen der geplanten Sparmaßnahmen. Sie befürchten mehr Unterrichtsausfall und sehen die Schulentwicklung gefährdet.
Die Leitungen der Hamburger Gymnasien warnen vor gravierenden Einschnitten für die Schulform durch den geplanten Doppelhaushalt der Stadt für die Jahre 2027 und 2028. Gymnasien würden überproportional bei den Sparmaßnahmen herangezogen, heißt es in einem offenen Brief der Vereinigung der Leitungen Hamburger Gymnasien und Studienseminare an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).
Der Haushaltsentwurf folge der falschen Annahme, «dass die Kinder und Jugendlichen an den Gymnasien aufgrund ihrer vermeintlich privilegierten sozialen Ausgangslage eine stärkere Abschmelzung der Ressourcen an dieser Schulform in ihrem Bildungsgang verkraften könnten», heißt es in dem Schreiben.
Das Vorhaben, die für die Gymnasien notwendigen Ressourcen einzusparen und im Wesentlichen nur noch den Regelunterricht zu ermöglichen, sei «der Einstieg in eine dramatische Fehlentwicklung, die die erfolgreiche Arbeit und die Schul- und Unterrichtsentwicklung an den Gymnasien» grundsätzlich infrage stelle.
Ein Kritikpunkt ist die Abnahme der sogenannten Vertretungsreserve. Dadurch würde die Lehrkräfteversorgung an den Gymnasien nur noch 99 Prozent der erforderlichen Personalausstattung betragen und «zu vermehrtem Unterrichtsausfall führen».
Nach Angaben der Stadt sieht der Doppelhaushalt für die Familien- und Bildungsbehörde für das Jahr 2027 einen Etat von etwa 6,3 Milliarden Euro vor. Im Bereich der Schulen sollen aber Sparmaßnahmen und Konsolidierungen greifen.