25. September 2026 – dpa
Mehrere Männer überfallen einen Hamburger Goldschmied und rauben ihn aus. Jetzt müssen sie für Jahre in Haft. Der Richter beschreibt die Folgen der Tat: Das Lebenswerk eines Künstlers wurde zerstört.
Wegen eines brutalen Überfalls auf einen Goldschmied in Hamburg-Langenhorn hat das Landgericht drei Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie wurden wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen.
Nach Überzeugung der Strafkammer kundschafteten die drei Serben im Alter von 25, 47 und 49 Jahren den Goldschmied mindestens einen Monat vor der Tat aus. Sie überfielen ihn am 17. März 2025 in seinem Haus. Dort befindet sich auch die Werkstatt des 71-Jährigen. Die Täter erbeuten Schmuck, Altgold und Edelsteine im Gesamtwert von über 176.000 Euro, wie der Vorsitzende Richter Nils Godendorff sagt.
Am Tattag hatte demnach einer der Angeklagten die Ehefrau des Opfers bei ihrem Besuch in einem Fitnessstudio überwacht. An ihrem Auto hatten die Täter zwei Wochen zuvor einen Tracker angebracht, der ihnen den Standort des Wagens verriet. Sie zerstachen kurz vor der Tat die Reifen. Dann fuhren sie mit zwei Komplizen zum Haus des Goldschmieds und klingelten.
Als der 71-Jährige öffnete, verpassten sie ihm den Angaben zufolge einen Faustschlag ins Gesicht und fesselten ihn an Armen und Beinen. Unter Todesdrohungen fragten sie ihn: «Wo ist der Safe?» Doch einen solchen gab es nach Angaben des Richters gar nicht.
Etwa eine Viertelstunde lang durchsuchten die Räuber demnach das Haus und die Werkstatt nach Beute, dann flüchteten sie. Der Mann erlitt Verletzungen an Kopf, Gesicht und Handgelenken. Er konnte sich dennoch selbst befreien und seine Frau und die Polizei verständigen. Später bekam der Goldschmied einen Herzinfarkt, der ihn für sechs Wochen ins Krankenhaus brachte. «Das ist zumindest eine Folge der Tat», sagte Godendorff.
Die Beamten kamen den Räubern schnell auf die Spur. Die Täter hatten die Beute in einem Rucksack ihres Opfers mitgenommen, an dem sich ein Airtag befand. Der Schlüsselanhänger übermittelte den Standort der Räuber, die mit zwei Mietwagen nach Berlin fuhren. Bevor die Polizei eingreifen konnte, verkauften die Angeklagten bei einem Juwelier für rund 19.000 Euro einen Teil der Beute. Dann wurden sie von der Polizei festgenommen.
Das Gericht verurteilte den 47-Jährigen zu sieben Jahren Haft und den 25-Jährigen zu sechs Jahren und neun Monaten. Der 49-Jährige, der nach Angaben des Richters die Tat vor dem Haus des Goldschmieds absicherte, bekam fünf Jahre und neun Monate Haft.
Alle drei hätten die Vorwürfe gestanden, hieß es. Zugleich hatten sie einen Landsmann beschuldigt, der Hauptverantwortliche zu sein. Der gesondert Verfolgte soll sich zusammen mit seiner ebenfalls verdächtigen Ehefrau und einem Sohn in Serbien aufhalten.
Der 49 Jahre alte Angeklagte habe bereits zahlreiche Diebstähle und Betrügereien in Schweden begangen und sei darum aus dem skandinavischen Land ausgewiesen worden, sagte der Richter. Auch der 25-Jährige habe zahlreiche Vorstrafen.
Das Gericht ordnete die Einziehung des Beutewerts an. Dem Goldschmied sei großer wirtschaftlicher Schaden entstanden. Als Nebenkläger habe er in seiner Aussage berichtet, dass ihn aber besonders der Verlust seiner eigenen Kreationen schmerze. Die Angeklagten hätten das Lebenswerk eines Künstlers zerstört, sagte Godendorff.
Den Tätern habe jeglicher Anstand gefehlt: Noch beim Verlassen seines Hauses hätten sie dem 71-Jährigen den Ehering vom Finger abgerissen. Der Gefesselte habe die Räuber angefleht: «Ihr habt doch schon alles!» Aber, so Godendorff weiter: «Gnade wird nicht gewährt, der Ehering geht mit.» Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.