20. Juli 2026 – dpa
Bunte Zelte stehen jetzt auf der Festwiese in Tinnum auf Sylt. Auch im fünften Sommer sind zahlreiche Punks für das Protestcamp aus ganz Deutschland auf die Urlaubsinsel gereist.
Nach juristischem Tauziehen ist heute das Punk-Protestcamp auf der Nordseeinsel Sylt gestartet. Rund 25 Zelte standen zum Start der Aktion - vom 20. Juli bis zum 16. August - am Vormittag auf der sogenannten Festwiese in Tinnum nahe des Flughafens. Veranstalter des vierwöchigen Camps unter dem Motto «Normalize Revolution» ist die Organisation «Aktion Sylt».
«Ich sympathisiere mit den Punks - ich sehe zwar nicht so aus, trage die Idee aber im Herzen», sagte Teilnehmer Fred aus Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur. Er sei im dritten Sommer auf der Nordseeinsel mit dabei. Laut Organisatoren sind in den kommenden Wochen Workshops, Demonstrationen, Musikveranstaltungen im Camp sowie Laufdemonstrationen ins Zentrum der Insel geplant.
Ob das Camp überhaupt starten kann, war zuletzt noch unklar. Der Kreis Nordfriesland hatte vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Beschwerde gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts zum geplanten Punk-Protestcamp auf Sylt eingelegt - er zweifelt am politischen Charakter des Camps. Das Verwaltungsgericht hatte zuvor entschieden, dass das Protestcamp vorerst stattfinden darf. Das OVG hat nach Angaben des Verwaltungsgerichts vom Freitag noch nicht über die Beschwerde entschieden.
Es ist der fünfte Punksommer in Folge auf der Insel. Mit dem 9-Euro-Ticket waren im Sommer 2022 zahlreiche Punks aus ganz Deutschland nach Sylt gereist und hatten mit ihrem Protestcamp bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals campierten rund 100 Punks in Zelten vor dem Rathaus in Westerland. Seit 2023 ist das Camp weiter außerhalb auf dem Tinnumer Festplatz untergebracht.