02. Oktober 2026 – dpa

Unternehmen für den Norden

Schleswig-Holsteins neue Strategie im Werben um Unternehmen

Weniger China und USA, mehr Wertschöpfungsketten: Das Wirtschaftsministerium will mit veränderter Ansiedlungsstrategie neue Unternehmen anlocken.

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Schleswig-Holstein passt seine Ansiedlungsstrategie den Entwicklungen in der Welt an. (Archivbild)

Schleswig-Holstein passt seine Ansiedlungsstrategie an die Veränderungen in der Welt an. Künftig werde mehr Gewicht auf Betriebe in den Bereichen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, erneuerbare Energien, Life Science sowie Ernährungs- und Digitalwirtschaft gelegt, teilte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) mit. Gleichzeitig verlören ausländische Quellmärkte wie China und die USA an Bedeutung.

Mit dem Verlauf der Ansiedlungen im ersten Halbjahr 2026 seien sie zufrieden, betonten Madsen und die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH), Ulrike Wielatt.

Bei der Ansiedelung wolle man weniger in einzelnen Branchen denken, sondern mehr in Wertschöpfungsketten, so Madsen. «Denn für ein klimaneutrales Industrieland brauchen wir nicht nur Windräder, sondern auch Unternehmen, die Speicher entwickeln oder einzelne Komponenten bauen.»

Der SPD-Landesvorsitzende Ulf Kämpfer nannte die Überarbeitung der Ansiedlungsstrategie «bitter nötig». Denn die Zahl der Unternehmensansiedlungen sei den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. «Am Ende kommt es einzig und allein darauf an, ob tatsächlich mehr Unternehmen nach Schleswig-Holstein kommen, hier investieren und dauerhaft Arbeitsplätze schaffen», so Kämpfer.

Auch der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Bernd Buchholz, nannte die Fortschreibung überfällig, da sich in den vergangenen Jahren viele Rahmenbedingungen teils stark verändert hätten. Die grundsätzliche Stoßrichtung sei daher richtig. Der frühere Wirtschaftsminister kritisierte aber, dass das Ziel des klimaneutralen Industrielands 2040 als Marketingslogan bemüht werde, ohne einen konkreten Fahrplan zu haben.

Der Sprecher für Wirtschaft und Ansiedlungen der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Hein, nannte es konsequent und richtig, das Ziel, bis 2040 klimafreundliches Industrieland zu werden, in der Ansiedlungsstrategie klar zu definieren. Erneuerbare Energien verschafften Schleswig-Holstein nahezu ein Alleinstellungsmerkmal. «Dennoch wollen wir nicht nur für energieintensive Unternehmen attraktiv sein, sondern für Unternehmen aus allen Branchen», so Hein.

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