09. August 2026 – dpa
2. Fußball-Bundesliga
Das hat sich der FC St. Pauli leichter vorgestellt. Zum Auftakt reicht es für den Bundesliga-Absteiger gegen starke Fürther nur zu einem 1:1. Es hätte schlimmer kommen können. Das verhinderte einer.
Wer sie vor einem Fehlstart in die Saison der 2. Fußball-Bundesliga bewahrte, wussten die Spieler des FC St. Pauli. Gleich in seinem ersten Pflichtspiel als neue Nummer eins des Kiezclubs zeigte Ben Voll eine überragende Leistung.
«Er ist der beste Torwart der Liga», sagte Stürmer Martijn Kaars nach dem leistungsgerechten 1:1 (0:0) zum Auftakt gegen die SpVgg Greuther Fürth. «Das kannst du so aufschreiben. Er hält unglaublich vier Hundertprozentige.» Teamkollege Eric Smith sah das ähnlich. «Er ist, glaube ich, einer der besten Torhüter, mit denen ich je gespielt habe. Und deshalb freue ich mich einfach für ihn», meinte der schwedische Nationalspieler.
Nur einmal musste sich der Nachfolger des langjährigen Stammtorhüters Nikola Vasilj geschlagen geben, als Felix Klaus (52.) traf und die St.-Pauli-Führung durch Marcus Mathisen (46.) ausglich. Zuvor hatte der 25-Jährige allein in der ersten Halbzeit dreimal gegen den Fürther Kapitän (19./36./43.) pariert. In der Nachspielzeit rettete Voll noch einmal gegen Dennis Srbeny (90.+8) das Remis.
«Ben macht das im Spiel, was er im Training auch macht: Bälle halten. Er ist ein guter Rückhalt. Wir wussten das alle schon. Das hat er ja in der Vergangenheit auch schon bei ein paar Spielen beweisen können, dass er gut ist», sagte Trainer Marcel Rapp nach seinem Pflichtspiel-Debüt auf der St.-Pauli-Trainerbank.
Insgesamt war der 47-Jährige mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden, auch wenn der erhoffte Sieg ausblieb. Es hätten Kleinigkeiten gefehlt, meinte er. «Diese Kleinigkeiten sind uns heute abgegangen.»
Zum Beispiel hätten seine Spieler zu oft im Abseits gestanden, zu viele Konterchancen zugelassen, sei die Szene kurz vor dem Ende mit dem Kopfballduell zwischen Fürths Jannis Heuer und St. Pauli-Stürmer Ricky-Jade Jones im Strafraum der Gäste nicht als Elfmeter gewertet worden. «Zur Wahrheit gehört aber auch», räumte Rapp ein, «dass der Gegner dann doch Chancen hatte und das Spiel auch in die andere Richtung hätte gehen können».
Vor 29.218 Zuschauern im Millerntor-Stadion zeigte der FC St. Pauli von Beginn an, was der neue Trainer Rapp einfordert: Ballbesitzfußball und Spielkontrolle. Oft kam der entscheidende Pass aber nicht an, um zu klaren Torchancen zu kommen. Zudem stand die Deckung der Gäste sicher. Ihren Ex-Kapitän Branimir Hrgota auf St.-Pauli-Seite hatten sie gut im Griff. Die beste Möglichkeit der Gastgeber vergab Kaars (13.), als er frei stehend an Fürths ebenfalls starkem Torwart Florian Hellstern scheiterte.
Nach dem Seitenwechsel klappte es mit dem Toreschießen auf beiden Seiten. Schon nach 54 Sekunden traf St. Paulis neuer Verteidiger Mathisen per Kopf nach einem Eckball zur Führung. Sechs Minuten später gelang es Klaus, Hamburgs Torwart Voll zu überwinden. Ein Treffer von Kaars (57.) wurde wegen Abseits zurecht nicht anerkannt. Auch das Kopfballduell zwischen Heuer und Jones wurde nicht geahndet. Und am Ende hatte Voll noch einmal seinen Auftritt bei seiner letzten Rettungstat gegen Srbeny.