13. Juli 2026 – dpa
In Hamburg hat ein Projekt begonnen. Das Unternehmen ReBoat sammelt Kanus und andere Sportgeräte ohne Besitzer ein. Wer sein altes Kanu sucht, kann es aber womöglich zurückerhalten.
Ungläubig zieht das dreiköpfige Entsorgungsteam ein Kanu aus kanadischer Fichte aus dem Gebüsch am Eppendorfer Mühlenteich. Der Neupreis wird auf 5.000 Euro geschätzt. Aber «in dem Zustand hat es null Wert», sagt der Leiter des Entsorgungsunternehmens ReBoat, Mark Walberg.
Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat das Unternehmen über ein Projekt beauftragt, Boote, Boards und andere Wassersportgeräte aus vier Uferbereichen und Grünanlagen zu entfernen. An dem Tag, an dem Walberg begleitet wird, werden Kanus eingesammelt.
Mit 160 herrenlosen Kanus rechnen die Entsorger am Kuhmühlenteich, Goldbekkanal, Eppendorfer Mühlenteich sowie dem Barmbeker Stichkanal.
Walberg berichtet, dass Anwohner sich über die Kanus beschwerten und die Sportgeräte die Umwelt schädigten. Der Besitz werde nicht registriert und es fehle eine klare rechtliche Grundlage, um wirksam gegen Schrott-Kanus vorzugehen. ReBoat ist ihm zufolge einer der wenigen Dienstleister, der die Geräte im öffentlichen Bereich entfernen darf.
ReBoat arbeitet mit dem Bezirksamt zusammen, das erste Hinweise über die Standorte der verlassenen Sportgeräte mitteilt. Jedes Boot und Schloss erhält von ReBoat eine Projektnummer. Manchmal müssen die Entsorger die Sportgeräte mit einer Flex aus Gebüschen befreien. Die Boote werden auf einem Anhänger zu einem Depot gebracht und eingelagert.
Die Mitarbeiter geben die Boote auch wieder heraus. Vorher muss man sich per E-Mail an das Entsorgungsunternehmen wenden. Genauere Informationen bieten die Barcodes auf Verbotsschildern der Stadt. Die Eigentümer müssen nachweisen, dass das Gerät ihnen gehört, oder eine eidesstattliche Versicherung unterzeichnen. Auch müssen sie eine Gebühr zahlen.
Das Unternehmen macht dazu keine genauen Angaben. Je nach Einlagerungszeit und Bootstyp könnten die Gebühren stark variieren, sagt Walberg.
Die Sprecherin des Bezirksamts Hamburg-Nord sagt, die Behörde prüfe, ob das Projekt ausgeweitet werde. Walberg zufolge ist die Resonanz positiv. Einige Bürger hätten sich telefonisch bei dem Team bedankt. Offen ist, wie die Entsorgung künftig finanziert werden soll. Möglich sei eine Auktion.