19. September 2026 – dpa

Tarifverhandlungen

Wieder Streik bei Stadtbussen: Was Fahrgäste wissen müssen

Erneut fahren in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg am Montag die Stadtbusse nicht. Die Gewerkschaft hat zu einem weiteren Warnstreik aufgerufen. Was Fahrgäste jetzt beachten sollten.

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Wie hier in Kiel werden am Montag erneut die Stadtbusse nicht fahren. (Archivbild), Foto: Marcus Brandt/dpa

Wer mit dem Stadtbus zur Arbeit oder zur Schule will, muss sich für Montag in Schleswig-Holsteins vier großen Städten Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg nach einer Alternative umsehen. Grund ist ein erneuter Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 1.800 Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster am Montag (21. September) von Betriebsbeginn bis Betriebsende zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN).

Nach derzeitiger Lage müssen sich Fahrgäste auf weitgehende Ausfälle einstellen. So wird es in den vier kreisfreien Städten voraussichtlich keinen regulären Busverkehr geben. «Es steht alles», zeigt sich Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring sicher. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass der Nahverkehr zum Erliegen kommt.

Für viele Menschen bedeutet der Streik erhebliche Einschränkungen im Alltag. Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie andere Fahrgäste müssen sich auf massive Einschnitte einstellen.

Fahrgäste sollten nicht notwendige Fahrten verschieben oder frühzeitig Alternativen planen:

  • Auto oder Fahrgemeinschaften nutzen
  • auf Fahrrad oder E-Scooter ausweichen
  • wenn möglich im Homeoffice arbeiten

Nein. Die Schulpflicht gilt grundsätzlich auch während eines Streiks. Eltern müssen den Schulweg organisieren. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Fehlen entschuldigt werden.

Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben informieren - etwa über Internetseiten, Apps oder soziale Medien.

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr. Dort hat auch die zweite Verhandlungsrunde Anfang September kein Ergebnis geliefert. Für beide Tarifbereiche fordert die Gewerkschaft Verdi eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich.

Der kommunale Arbeitgeberverband hat ein Angebot in Höhe von 4,4 Prozent für 24 Monate vorgelegt. Geschäftsführer Jan Jacobsen verweist darauf, dass die Tarifverhandlungen zum Manteltarif im Frühjahr den Beschäftigten finanzielle Verbesserungen gebracht haben wie höhere Zuschläge. Bereits im Frühjahr waren während der Auseinandersetzung deshalb mehrfach Stadtbusse nicht gefahren.

Fortgesetzt werden sollen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein am 22. September.

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