11. August 2026 – dpa
Schon mal was von der Kohlschotenmücke gehört? Ihre Larven lieben Raps.
Die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern sind mit der bereits abgeschlossenen Ernte der Gerste zufrieden. Die Erträge seien durchschnittlich, in einigen Regionen sogar überdurchschnittlich, sagte eine Sprecherin des Landesbauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Presse-Agentur. «Ich höre viele zufriedene Stimmen», sagte sie.
Momentan werden Raps und Weizen eingefahren. Beim Raps berichtete die Verbandssprecherin von Schädlingsbefall. Neben dem Rapserdfloh sei dieses Jahr auch die Kohlschotenmücke ein Problem. Sie bohrt die Rapsschoten an und legt ihre Eier hinein. Die daraus schlüpfenden Larven fressen die Rapskörner in der Schote. Mitunter bleiben kaum noch Körner übrig und ein weißliches Gespinst in der Schote. Wenn der Befall zu stark sei, könne der Raps nur noch in der Biogasanlage verwertet werden, sagte die Sprecherin.
Beim Weizen, der in Mecklenburg-Vorpommern die meiste Anbaufläche belegt, könne es Probleme infolge der großen Hitze Ende Juni geben, sagte die Sprecherin. Dies sei genau in der sogenannten Kornbildungsphase passiert - mit der Folge, dass die Weizenkörner klein blieben. Wie die Ernte letztlich ausfallen werdet, hänge aber auch noch von aktuellen Niederschlägen ab.
In diesen Tagen beginnt der Verbandssprecherin zufolge die Ernte von Erbsen und Bohnen. Diese Hülsenfrüchte würden verstärkt als Tierfutter und zur Bodenverbesserung angebaut. Später folgten Mais- und Kartoffelernte sowie zum Schluss die Zuckerrüben.
Die Rübenbauern schauen nach Süddeutschland, wie die Sprecherin weiter sagte. Dort breiten sich Krankheiten wie SBR und Stolbur aus. Befallene Rüben entwickeln Experten zufolge eine gummiartige Konsistenz und es ist deutlich weniger Zucker extrahierbar. In Süddeutschland dürfte voraussichtlich ein Drittel weniger Zucker erzeugt werden als im Vorjahr, wie der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer im bayerischen Ochsenfurt mitteilte. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es der Sprecherin des Bauernverbandes zufolge bislang aber keine Auffälligkeiten.
In MV bleibt der Winterweizen mit rund 295.000 Hektar die wichtigste Anbaukultur des Landes, gefolgt von Winterraps und Wintergerste. Zuwächse verzeichnen dem Verband zufolge Futtererbsen und Ackerbohnen, während die Anbauflächen von Winterroggen, Triticale (Weizen-Roggen-Kreuzung) und Zuckerrüben weiter zurückgehen.