01. August 2026 – dpa
Blitzer und Co.
Zu schnell gefahren oder gar mit Handy am Steuer geblitzt - das kann teuer werden. Die Kommunen sind gesetzlich zur Überwachung verpflichtet. Es gehe aber nicht um Einnahmen, sondern um Sicherheit.
Die Landkreise im Nordosten haben in den ersten sechs Monaten durch Bußgelder im Straßenverkehr Millioneneinnahmen verbucht, auch wenn die Einnahmen teilweise deutlich zurückgegangen sind. Das zeigt eine Nachfrage bei den sechs Landkreisen.
Im Landkreis Ludwigslust-Parchim halbierten sich nahezu die Einnahmen durch Bußgeldverfahren von rund vier Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf rund 2,3 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Die Zahl der Verfahren ging entsprechend von 26.337 auf 17.485 zurück. In 90 Prozent handele es sich um Geschwindigkeitsverstöße, die geahndet würden.
Kreissprecher Andreas Bonin gab zu bedenken, dass die Überwachung des fließenden Verkehrs eine vom Land auf die Kreise übertragene Aufgabe sei. Im Rahmen einer zweijährigen Erfassung würden die erzielten Einnahmen mindernd auf Finanzzuweisungen des Landes angerechnet. «Mithin werden nur die Kosten erstattet, die nicht durch erzielte Einnahmen gedeckt werden.»
Im Landkreis Rostock wurden von Januar bis Ende Juni 40.975 Verfahren registriert, das waren 13,7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 (47.478). Entsprechend gingen die Einnahmen in den Vergleichszeiträumen von rund zwei Millionen Euro (1. Halbjahr 2025) auf etwa 1,9 Millionen Euro (1. Halbjahr 2026) zurück. Alle bearbeiteten Ordnungswidrigkeiten seien auf den fließenden Verkehr zurückzuführen.
Ein ähnliches Bild ergibt sich im Landkreis Nordwestmecklenburg, wo die Einnahmen von 1,2 Millionen auf 1,1 Millionen Euro zurückgingen. Die Zahl der Verfahren sank von 30.000 (2025) auf 26.000 Verfahren (2026). Vorwiegend seien Geschwindigkeitsverstöße festgestellt worden. Den Einnahmen stünden erhebliche Ausgaben für Messtechnik und das eingesetzte Personal entgegen, die sich jährlich auf zwei Millionen Euro beliefen, so Kreissprecher Tore Degenkolbe.
Zielsetzung von Geschwindigkeitsmessungen sei es zudem nicht, möglichst hohe Einnahmen zu erreichen. Vielmehr gehe es um die Durchsetzung der angeordneten Höchstgeschwindigkeiten. Überhöhte Geschwindigkeiten seien die Ursache für schwere und schwerste Verkehrsunfälle. Die Geschwindigkeit sei dabei sowohl ursächlich für die Entstehung von Unfällen als auch für die Schwere der Unfälle.
Auch im Landkreis Vorpommern-Greifswald bezogen sich die meisten Verfahren auf die Ahndung von überhöhter Geschwindigkeit. Im ersten Halbjahr 2025 wurden etwa 35.000 Bußgeldverfahren und im ersten Halbjahr 2026 rund 55.000 Bußgeldverfahren bearbeitet - ein Plus von 36 Prozent. Die Einnahmen stiegen gegen den Trend der anderen Kreise in dem Zeitraum von 1,8 Millionen auf 2,6 Millionen Euro. Das sei ein Anstieg von rund 30 Prozent.
Der Landkreis Vorpommern-Rügen meldete für das erste Halbjahr 2026 Bußgeldeinnahmen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro (2025: 1,6 Millionen Euro). Die Zahl der Verfahren ging von knapp 16.000 auf rund 13.830 zurück. Die Einnahmen aus Gebühren sowie Verwarn- und Bußgelder dienten in erster Linie der Deckung der Kosten für Personal und Ausstattung der Bußgeldstelle sowie für Erstattungen an das Land. Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sollen die Zahlen erst Anfang August vorliegen.