26. Juni 2026 – dpa
Gedrehter Wind verschärft die Lage beim Brand auf einem ehemaligen Schießplatz bei Neustrelitz wieder. Es geht auch um den Schutz einer Strom- und einer Bahntrasse. Wald und Wind sind Faktoren.
Nachdem der Großbrand auf einem ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatz bei Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in der Nacht an einigen Stellen gestoppt worden ist, hat er sich zuletzt nach Norden bewegt. «Es zieht alles in nördliche Richtung», sagte Jörg Westphal, stellvertretender Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz am Nachmittag.
Damit bewege sich das Feuer in Richtung einer Stromtrasse und einer ICE-Bahnlinie. «Die Verteidigungslinie ist noch mal verlängert worden. Wir hoffen, rechtzeitig den Lückenschluss hinzukriegen, dass das Feuer nicht genau durch die Lücke läuft.» Mit der Bewässerung von Bereichen etwa mit Kreisregnern soll die Ausbreitung über die Verteidigungslinien verhindert werden.
Die vom Feuer betroffenen Flächen selbst kann die Feuerwehr wegen der starken Belastung mit Altmunition nicht betreten. Auch rechts und links der Stromtrasse gebe es Altmunition. «Nur die Trasse selber ist geräumt», sagte Westphal.
Insgesamt gehe es aktuell um eine betroffene Fläche von etwa 130 Hektar, sagte Westphal. Etwa 160 Einsatzkräfte seien im Einsatz. Per Drohne habe man im mittleren und nördlichen Bereich drei Stellen entdeckt, an denen nicht nur Rauch, sondern auch Feuer zu sehen sei.
Auf dem ehemaligen Schießplatz brennt es seit Mittwoch. Laut Westphal handelt es sich um einen der größten Brände der vergangenen Jahre in der Region. Das betroffene Gelände gehört zum Müritz-Nationalpark. Es hat bereits Explosionen von Munition gegeben. Die Einsatzkräfte müssen daher einen Sicherheitsabstand von 1.000 Metern vom Feuer einhalten.
Entscheidend für den weiteren Verlauf ist laut Westphal, wie sich der Wind entwickelt. Die Verlängerung der Verteidigungslinie sei teils sehr beschwerlich, weil es durch unwegsames Gelände gehe. «Es wird alles mit der Hand getragen, da fährt kein Auto durch.» Zuletzt seien zusätzliche Regner aus Rostock geliefert worden.
Im nördlichen Teil des in weiten Teil weitgehend offenen und durch niedrigen Bewuchs geprägten Geländes gibt es laut Westphal auch Hochwald. Laufe das Feuer weiter am Boden, hätten die Einsatzkräfte «gute Karten», das Feuer aufzuhalten. «Läuft das Feuer nicht am Boden, geht in die Kronen rein - schlechte Karten.»