26. Juni 2026 – dpa

Rentenvorschläge

Mittelstandsunion warnt vor Aus für Minijobs

Der Wirtschaftsflügel der CDU in Schleswig-Holstein warnt: Ein Ende der Minijobs könne viele Betriebe im Gastgewerbe, Tourismus und Einzelhandel hart treffen und zu Personalengpässen führen.

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Eine Abschaffung von Minijobs würde mittelständische Unternehmen, das Gastgewerbe, den Tourismus, den Einzelhandel sowie zahlreiche Dienstleistungsbetriebe massiv belasten. (Symbolbild), Foto: picture alliance/dpa

Schleswig-Holsteins Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), der Wirtschaftsflügel der CDU, sieht eine geplante Abschaffung von Minijobs in der deutschen Wirtschaft kritisch. «Die Debatte wird auf Grundlage falscher Annahmen geführt», sagte der Landesvorsitzende des MIT in Schleswig-Holstein, Stefan Lange. Von den rund sieben Millionen geringfügig Beschäftigten arbeiteten nur ein kleiner Teil ausschließlich in einem Minijob.

Die meisten hätten bereits einen sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf, befänden sich in Ausbildung oder Studium oder seien anderweitig sozial abgesichert. «Die häufig behauptete Schutzlücke existiert in dieser
Größenordnung schlicht nicht», erklärte Lange. Stattdessen seien Minijobs ein unverzichtbarer Bestandteil eines flexiblen Arbeitsmarktes.

Daher würden die Vorschläge der Rentenkommissionen bei Minijob insbesondere mittelständische Unternehmen, das Gastgewerbe, den Tourismus, den Einzelhandel sowie zahlreiche Dienstleistungsbetriebe «massiv belasten». Lange betonte: «Eine Abschaffung würde zu erheblichen Personalengpässen führen und zahlreiche Betriebe vor existenzielle Herausforderungen stellen.»

Das Aus für Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat ist Teil der Kommissionsvorschläge für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition. «Wer glaubt, diese Arbeitsplätze ließen sich problemlos in sozialversicherungspflichtige Voll- oder Teilzeitstellen umwandeln, verkennt die Realität in unseren Betrieben», so der Landesvorsitzende. Viele Beschäftigte entschieden sich ganz bewusst für diese Art der flexiblen Arbeit.

Lange sagte, die Bundesregierung solle «ideologisch motivierte Eingriffe» in den Arbeitsmarkt unterlassen und stattdessen gemeinsam mit der Wirtschaft Lösungen entwickeln, um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren. «Wer das Rentensystem dauerhaft stärken will, darf nicht gleichzeitig funktionierende Strukturen auf dem Arbeitsmarkt zerstören», betonte er. Die Abschaffung der Minijobs würde dem Wirtschaftsstandort Deutschland erheblich mehr schaden, als sie der Rentenversicherung je nutzen könnte, so Lange.

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