16. Juli 2026 – dpa
Wer sich das Jawort gibt, dem stehen viele außergewöhnliche Orte zur Verfügung. In Rostock kann man das sogar in einem denkmalgeschützten Kran. Viel Paare nutzen den Trauungsort in luftiger Höhe.
Im Hellingkran an der Warnow unweit des Rostocker Stadthafens haben sich in diesem Jahr schon zwölf Paare standesamtlich trauen lassen. Das sind doppelt so viele wie im zweiten Halbjahr 2025, wie die Stadt Rostock auf Anfrage mitteile. Erstmals wurde der «Hochzeitskran» im Juli vorigen Jahres als Außenstelle des Rostocker Standesamtes genutzt.
Die Zeremonien finden im ehemaligen Maschinenraum des früheren Schiffbaukrans statt, der dem Förderverein Tradition Ostseeschifffahrt gehört und vollständig saniert wurde. Bei Trauungen beläuft sich der Preis für die Lokation laut Verein auf 350 Euro inklusive Umsatzsteuer.
Der bis 2024 erfolgte Umbau des 1976 errichteten Portal-Wipp-Krans auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft schlug mit rund zwei Millionen Euro zu Buche. Neu eingebaut wurde der Aufzug, der den Weg über die 136 Stufen der außen liegenden Wendeltreppe erspart.
Der ehemalige Maschinenraum im Kran bietet auch Platz für Veranstaltungen mit etwa 30 bis 40 Gäste. Im Inneren führt eine Stahltreppe hinauf zu einer Galerie, die als Hochzeitssuite inklusive Bett mit Sondermaßen umgebaut wurde. Es gibt ein Bad, eine Toilette und eine kleine Küche.
Mit dem Kran wurden früher bis zu 40 Tonnen schwere Schiffsbauteile gehoben und abgesetzt. In der Kranführerkanzel stehen heute Tisch und Stühle für ein trautes Frühstück in luftiger Höhe. Geblieben ist damals wie heute die Aussicht und ein Panoramablick auf die Warnow, das gegenüberliegende Gehlsdorf und weitere Stadtteile Rostocks.