16. Juli 2026 – dpa

Notfälle

Brand im Müritz-Nationalpark dehnt sich weiter aus

Im Müritz-Nationalpark brennt es seit Montag - und ein Ende des Feuerwehreinsatzes ist nicht abzusehen. Alt-Munition auf dem früheren Truppenübungsgelände erschwert die Löscharbeiten.

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Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark breitet sich aus., Foto: Marcus Mohnfeld/Landkreis Meckle

Der Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände im Müritz-Nationalpark hat sich weiter ausgedehnt. Mittlerweile stehe eine Fläche von 269 Hektar in Flammen, teilte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit - das entspricht fast 400 Fußballfeldern. Derzeit seien etwa 375 Einsatzkräfte vor Ort, und am Vormittag werde voraussichtlich Unterstützung aus Bayern eintreffen. Zudem will Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) heute in die betroffene Region kommen.

Weil der frühere Truppenübungsplatz mit Alt-Munition belastet ist, kann die Feuerwehr nicht direkt an den Brand heran. Sie versucht stattdessen, das Feuer von außen einzudämmen - etwa mit Kreisregnern, die sonst zur Bewässerung genutzt werden. Die Einsatzkräfte aus Bayern bringen nicht nur solche Wassersprenger mit, sondern auch einen Schlauchwagen mit insgesamt 2.000 Meter langen Schläuchen. Zudem wollen 20 Kameradinnen und Kameraden aus Bayern bei der Brandbekämpfung helfen.

Wegen möglicher giftiger Gase - etwa Phosphor in der Munition - ist ein sogenannter ABC-Erkunder im Gelände unterwegs - ein Sonderfahrzeug des Katastrophenschutzes, das mit seinen hochpräzisen Messinstrumenten Gasen oder Radioaktivität erkennen und messen kann. Es bestehe aber keine Gefahr für die Bevölkerung, versicherte der Landkreis.

Zuletzt bewegte sich das Feuer nach Angaben eines Landkreissprechers vom Mittwoch weiter in Richtung der Ortschaft Granzin. Zwischen Waldgrenze und Siedlung gebe es einen Acker, der mehrfach umgepflügt worden sei, um brennbares Material unter die Erde zu bekommen. Außerdem seien auch dort Kreisregner aufgebaut worden.

Die bereits am Dienstagabend angeordnete Evakuierung der Orte Granzin und Granziner Mühle bleibe bestehen. Granzin hat laut Website der Gemeinde Kratzeburg etwas mehr als 100 Einwohner.

Gemeldet wurde der Brand am Montag. Seitdem läuft der Einsatz. Hoffnung auf Regen in nennenswerter Menge in der Region gebe es erst in Richtung Ende der Woche, hieß es aus dem Landkreis. In jedem Fall werde der Einsatz noch Tage dauern.

Die Polizei bat erneut, Rad- und Wanderwege im betroffenen Bereich nicht zu nutzen. Kanuten und Kanutinnen sollten nicht von den Seen in die Havel wechseln.

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