20. Oktober 2026 – dpa
In der konstituierenden Sitzung soll der Landtagspräsident oder die Landtagspräsidentin gewählt werden. Darüber gibt es Streit, denn die AfD beansprucht das Amt. Sie stellt die größte Fraktion.
Einen Monat nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kommt das neue Parlament heute erstmals an seinem Sitz im Schweriner Schloss zusammen. Bei der konstituierenden Sitzung sollen unter anderem der Landtagspräsident und seine Vizepräsidenten gewählt werden. Vieles spricht dafür, dass der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern weiterhin eine Präsidentin haben wird. Die SPD hat Amtsinhaberin Birgit Hesse aus ihren Reihen dafür vorgeschlagen.
Das linke Lager aus SPD, Linken und Grünen verfügt über die Mehrheit der Sitze im Landtag. Die drei Parteien führen derzeit Koalitionsverhandlungen zur Bildung der neuen Landesregierung. Deshalb gilt die Wahl von Hesse als sicher.
Die AfD schickt ihren Kandidaten Carlos Rodrigues ins Rennen um das Amt des Landtagspräsidenten. Sie beruft sich auf eine Tradition, nach der die stärkste Fraktion im Parlament das Zugriffsrecht auf das Amt hat. Dennoch gilt Rodrigues als chancenlos, weil der Präsident mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen gewählt wird.
Die AfD hatte die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September gewonnen. Sie stellt 32 der 71 Abgeordneten. Die SPD hat 29 Abgeordnete, die Linken und die Grünen haben jeweils fünf.
Die CDU scheiterte erstmals bei einer Landtagswahl in der bundesdeutschen Geschichte an der Fünf-Prozent-Hürde. Auch das BSW und die FDP schafften es nicht in den Landtag.