03. September 2026 – dpa

Gesundheit

Mehr als 60 auffällige Drogenproben auf Festivals entdeckt

900 Proben, 60 Warnungen: Das mobile Drug-Checking, das den Drogenkonsum auf Festivals in Mecklenburg-Vorpommern sicherer machen soll, zeigt laut Gesundheitsministerium Wirkung.

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Mehr als 60 Auffälligkeiten ergaben die Tests auf dem Fusion- und dem Pangeafestival.

Auf dem Fusion-Festival in Lärz und dem Pangea-Festival in Pütnitz sind bei Drogenanalysen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 61 auffällige Proben entdeckt worden. Dabei gehe es etwa um hoch dosierte Drogen oder unerwartete Wirkstoffe, teilte das Ministerium in Schwerin mit. Getestet wurden demnach auf den beiden Festivals 903 Substanzen.

Das sogenannte mobile Drug Checking, das Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit der Universitätsmedizin Rostock als erstes Bundesland ermögliche, zeige Wirkung, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD). «Drug Checking schützt Leben. Wir sehen unmittelbar, welche Substanzen tatsächlich im Umlauf sind, und können Menschen warnen, bevor aus einem vermeintlichen Partykonsum ein medizinischer Notfall wird.»

Die Testergebnisse können unmittelbar vor Ort und online eingesehen werden. Der mobile Ansatz werde gerade mit Blick auf Veranstaltungen inzwischen auch in Berlin, Thüringen, Hessen und Schleswig-Holstein aufgegriffen.

Die Gesundheitsministerin plädierte für eine realitätsnahe Drogenpolitik: «Eine Politik, die nur sagt „Drogen sind verboten“, beantwortet noch nicht die Frage, wie wir Menschen schützen, die trotzdem konsumieren», sagte Drese.

Drug Checking dürfe nicht beim Testergebnis enden. Die unmittelbaren Informationen über Wirkstoffe, Dosierungen und gesundheitliche Risiken könnten «nicht nur eine akute Gefährdung verhindern, sondern auch dazu führen, den eigenen Konsum zu hinterfragen», sagte Drese.

Der Drug-Checking-Ansatz wurde in der Vergangenheit unter anderem aus Reihen der CDU-Landtagsfraktion kritisiert, etwa als verharmlosend. Dreses schleswig-holsteinische Amtskollegin Kerstin von der Decken (CDU) betonte im Juni nach einem Beschluss des Kieler Kabinetts, es müsse klar sein: Geprüfte Drogen senkten zwar das Risiko, schlössen es aber nicht aus - sie blieben gesundheitsschädlich.

Die Zahl der Drogentoten ist in den vergangenen Jahren in Mecklenburg-Vorpommern gestiegen. Erst im November vergangenen Jahres starben auf Rügen und im Raum Stralsund binnen weniger Tage drei Menschen, weil sie mutmaßlich illegale Drogen konsumierten.

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