03. September 2026 – dpa
2. Fußball-Bundesliga
Miroslav Klose erlebt als Trainer des 1. FC Nürnberg ein ganz neues Gefühl zum Saisonstart. Drei Spiele - drei Siege. Was er in der fränkischen Euphorie vor dem Spiel in Kiel selbst ausstrahlt.
Auch auf die weiteste Auswärtsfahrt in der 2. Fußball-Bundesliga werden 1.500 Fans ihren 1. FC Nürnberg begleiten. Der Gästeblock im Kieler Holstein-Stadion, das aktuell umgebaut wird, ist damit ausverkauft. Es herrscht nach drei Siegen und der Tabellenführung Euphorie rund um das Team von Miroslav Klose, der sich vom Höhenflug aber nicht zu sehr mitreißen lässt.
Gleichwohl ist die Brust auch bei Klose breit geworden vor der Aufgabe am Samstag (13.00 Uhr/Sky) gegen die noch sieglosen Kieler. «Auch da sind drei Punkte zu vergeben. Wir fahren da schon selbstbewusst hin und wollen so viel wie möglich mitnehmen», sagte der Coach. Im Idealfall sind das die nächsten drei Punkte. Mit dann zwölf würde man sich erst mal oben etablieren.
«Wir haben es verdient, da wo wir zurzeit stehen, weil wir auch richtig gute Leistungen gezeigt haben», äußerte Klose nach dem Neun-Punkte-Auftakt, der für ihn als Trainer im dritten Jahr ein absolutes Kontrastprogramm zu den vorangegangenen Fehlstarts darstellt. «Da mussten wir dann direkt unter Druck Spiele gewinnen», erinnerte Klose. Jetzt baut sich gerade eine Leichtigkeit auf.
Der Weltmeister von 2014 bremst freilich bei vorschnellen Aufstiegs-Träumen. Er kennt die Schnelllebigkeit des Fußballs, er hat als Ex-Profi vieles erlebt. «Wir dürfen nicht vergessen, wir sind nach dem 3. Spieltag», mahnt Klose: «Ich habe kein Problem, den Jungs das aufzuzeigen, dass sie mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Das strahle ich selbst auch aus, weil wir wissen, dass wir noch gar nichts erreicht haben. Das haben wir auch intern klar angesprochen.»
Die sportliche Leistung um Sportvorstand Joti Chatzialexiou und Klose hat auch Lehren aus der Vergangenheit gezogen - gerade auf dem Transfermarkt. «Viele Spieler halten», das war laut Klose das Ziel, auch wenn die gesamte Abwehrreihe verloren ging und neu besetzt werden musste.
«Wir sind jetzt das erste Mal so aufgestellt, wie es unseren Wünschen und Möglichkeiten entspricht», sagte Chatzialexiou. Sogar Torjäger Mohamed Ali Zoma ist weiter an Bord. Das ist einerseits ein Luxus - und andererseits auch ein Zeichen.
Der «Club» hat etwas vor. Und Klose auch. Der Trainer ist glücklich: «Wenn ich alleine das gestrige Training betrachte, haben wir jetzt eine Mannschaft mit ganz viel Konkurrenzkampf. Da macht es einfach Spaß, Trainer zu sein.»
Elf Tore sind der Topwert in der Liga. Und drei Gegentreffer sprechen auch für eine schnell erarbeitete Stabilität in der umbesetzten Abwehr. In Kiel kann Klose im Deckungszentrum wieder auf Fynn Otto zurückgreifen, der wegen Rückenproblemen beim 4:1-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld gefehlt hatte und durch den unerfahrenen Kristian Mandic (18) ersetzt wurde.