01. September 2026 – dpa
Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gilt als Richtungswahl. Nun haben sich auch Vertreter verschiedener Konfessionen zu Wort gemeldet. Vor allem bei der AfD sorgte deren Aufruf für Ärger.
Die großen Religionsgemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben gemeinsam dazu aufgerufen, die demokratischen Parteien im Land zu wählen. «Unterstützen Sie diejenigen politischen Kräfte, die Zusammenhalt fördern, statt Menschengruppen gegeneinander auszuspielen», heißt es in der Erklärung von katholischer und evangelisch-lutherischer Kirche, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern und den Landesverbänden der jüdischen und muslimischen Gemeinden. Am 20. September sind Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Stärke demokratischer Gesellschaften bemesse sich daran, wie sie Schwache und Minderheiten schütze. Trotz unterschiedlicher Glaubensauffassungen stünden sie für die Würde des Menschen und eine friedliche Gesellschaft, betonten die Unterzeichnenden - darunter die Bischöfin und Bischöfe der Landeskirchen. Bei allem Streit um Sachfragen dürfe der Respekt vor dem Gegenüber nicht verloren gehen, forderten sie. Es ist der erste derartige gemeinsame Wahlaufruf der Religionsgemeinschaften im Land.
Die rechtspopulistische AfD hat die Aktion bereits kritisiert. «Wer öffentlich gegen Spaltung und Diffamierung auftritt, sollte bei sich selbst anfangen», sagte der Landesvorsitzende der AfD, Enrico Schult. Er beklagte mangelnden Respekt gegenüber den Wählern seiner Partei.