06. November 2026 – dpa
Seit Jahren schon leidet die Schelfkirche in Schwerin unter Hausschwamm im Dachstuhl. Bald soll die Sanierung beginnen. Was bedeutet das für Besucher und Gemeinde in der Unesco-Welterbestadt?
Anfang 2027 beginnt die 3,8 Millionen Euro teure Sanierung der von Hausschwamm befallenen Nikolaikirche in der Schelfstadt von Schwerin. «Ich hoffe, dass wir in zwei Jahren fertig sind», sagte Pastorin Silke Draeger der Deutschen Presse-Agentur. Die Kirche müsse während der Bauarbeiten weitgehend geschlossen werden und stehe nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Das als Schelfkirche bekannte Gotteshaus ist Teil des Residenzensembles Schwerin und gehört damit zum Unesco-Welterbe.
Nach Angaben von Draeger können während der Sanierung keine Konzerte mehr in der Kirche gegeben werden. Für den Gottesdienst werde ab März ein kleiner Bereich unter der Orgelempore freigeräumt. Auch Touristen könnten die Kirche dann weiter besichtigen, allerdings nur teilweise - eine Trennwand und eine Zwischendecke werden eingezogen.
Die Sanierungsarbeiten sind laut Draeger aufwendig. 80 bis 90 der Tragebalken in der Decke seien vom Schwamm befallen und müssten ersetzt werden. Dazu werde zunächst die Decke von innen geöffnet und das Holz ausgetauscht - später dann würde die Bauarbeiter das Dach auch von außen aufmachen und es neu konstruieren. Damit könne das Holz besser belüftet und einer künftigen Schwammbildung vorgebeugt werden, sagte Draeger.
Die Kirchengemeinde muss zehn Prozent der Kosten - also 380.000 Euro - selbst aufbringen. «Noch haben wir das Geld nicht zusammen, wir sammeln weiter eifrig Spenden und stehen mit Stiftungen in Verbindung», verriet Draeger. Ihren Angaben zufolge konnte die Gemeinde der Schelfkirche bislang 165.000 Euro einsammeln.