20. Juli 2026 – dpa

Artenschutz

Vogelschützer: Hilfe für kleinen Watvogel zeigt Wirkung

Dass an Ostseestränden teils viel los ist, gerade wenn er dort brütet, gefährdet den Sandregenpfeifer. Hinweisschilder und Absperrungen zeigen laut Vogelschützern aber Wirkung.

w3xlmnzdn7-v9-ax-s2048.jpeg
Der Sandregenpfeifer erhält an der mecklenburgischen Ostseeküste Unterstützung von Vogelschützern. (Archivbild), Foto: Philip Dulian/dpa

Eigene abgesperrte Strandbereiche und notfalls Aufzucht im Zoo: Die Schutzmaßnahmen für den bedrohten Sandregenpfeifer an der mecklenburgischen Ostseeküste zeigen Vogelschützern zufolge Erfolge. «Fast alle in diesem Jahr eingerichteten Schutzflächen wurden von den Vögeln angenommen, sodass wir an vielen Stellen Bruten nachweisen konnten», erklärte Jonas Homburg, Vogelkurator im Zoo Rostock. «Für eine vom Aussterben bedrohte Vogelart ist das ein ausgesprochen ermutigendes Signal.»

Der kleine Watvogel hat laut Zoo weniger als 1.000 Brutpaare in Deutschland. Er brütet demnach zwischen April und August an den Sand- und Kiesstränden der Ostsee. Seine Nester bestehen lediglich aus einer flachen Mulde im Sand. Eier und Küken sind hervorragend getarnt und dadurch kaum zu erkennen. «Genau diese Tarnung wird an stark genutzten Stränden jedoch häufig zum Problem: Gelege und Jungvögel werden leicht übersehen und zertreten oder die Niststandorte gestört.»

Zum Schutz weisen saisonal aufgestellte Hinweisschilder in entsprechenden Bereichen Strandbesucher darauf hin, diese nicht zu betreten und Hunde anzuleinen. Aktuell gibt es solche Areale in Börgerende, in Elmenhorst, in Wittenbeck, aber auch im Naturschutzgebiet Riedensee, im Bereich der Rostocker Heide und an der Wismarbucht.

Besonders gefährdete Gelege, die nicht vor Ort geschützt werden können, werden im Zoo Rostock ausgebrütet, die Jungvögel aufgezogen und später wieder ausgewildert. Erstmals wurden vergangenes Jahr Sandregenpfeifer entsprechend ausgewildert. Bisher seien sechs Sandregenpfeifer erfolgreich aufgezogen und anschließend wieder in die Freiheit entlassen worden. Dieses Jahr mussten den Angaben zufolge bislang keine Gelege in Obhut genommen werden, da die Brutpaare die vorhandenen Schutzflächen erfolgreich nutzen.

Gestartet haben das Projekt die Fachgruppe Ornithologie Rostock, der Nabu Mittleres Mecklenburg und der Rostocker Zoo 2024. «Besonders erfreulich ist, dass dieses Jahr ein ins Projektgebiet zurückgekehrter, ausgewilderter Vogel beobachtet werden konnte», so Homburg. Joachim Springer vom Nabu Mittleres Mecklenburg ergänzte: «Unser Ziel ist eine dauerhaft stabile Population von Sandregenpfeifern an der mecklenburgischen Ostseeküste. Davon sind wir noch ein Stück entfernt.»

Die Projektpartner bitten Strandbesucherinnen und -besucher deshalb weiterhin um Rücksicht. Wer Schutzbereiche respektiert, Hunde anleint und brütende Vögel nicht stört, leiste einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer der seltensten Vogelarten Mecklenburg-Vorpommerns.

News zum Nachhören

Aktuelles aus Mecklenburg-Vorpommern

Polizeimeldungen

Weitere Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

undefined
Audiothek