05. Oktober 2026 – dpa
Möglichst viele «Ungläubige» töten - das soll das Ziel eines jungen Mannes in Hamburg gewesen sein. Der 18-Jährige steht jetzt vor Gericht.
Fünf Monate nach der Festnahme eines mutmaßlichen islamistischen Terroristen hat am Landgericht Hamburg ein Prozess gegen den 18-Jährigen begonnen. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft soll der Syrer von Ende April 2026 bis zu seiner Festnahme am 7. Mai geplant haben, eine unbestimmte Anzahl «Ungläubiger» in einem Einkaufszentrum, einer Bar oder einer Polizeiwache in Hamburg zu töten.
Den Anschlag habe er mit einer Sprengstoffexplosion, Molotowcocktails oder alternativ mit einem Messer begehen wollen. Er soll sich zu diesem Zweck Universaldünger, flüssigen Grillanzünder, eine Sturmhaube und ein Messer beschafft haben.
Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Inspiration für das mutmaßliche Anschlagsvorhaben des Angeklagten war. Der junge Mann soll außerdem auf seinem Instagram-Profil drei Propagandavideos für den IS gepostet haben. Die Anklage lautet unter anderem auf Verdacht der Vorbereitung einer terroristischen Straftat.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte, handelte der 18-Jährige nach vorläufiger Einschätzung eines Sachverständigen aufgrund einer psychischen Erkrankung und befand sich in einem Zustand von erheblich verminderter Schuldunfähigkeit. Im vergangenen Juni war der Haftbefehl gegen den Beschuldigten aufgehoben und seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik per Gerichtsbeschluss angeordnet worden.
Die jetzt begonnene Hauptverhandlung findet vor einem Jugendschöffengericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.