13. September 2026 – dpa

2. Fußball-Bundesliga

Ein fast vergessenes Gefühl: Keine Pfiffe gegen Reese

Wolfsburgs Fabian Reese wurde wegen seines Wechsels von Hertha BSC zum VfL von gegnerischen Fans immer wieder ausgepfiffen. Im Spiel beim FC St. Pauli ist es anders. Das begeistert seinen Trainer.

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Keine Pfiffe in Hamburg: Wolfsburgs Fabian Reese. (Archivbild)

Das Zweitliga-Gastspiel des VfL Wolfsburg beim FC St. Pauli war für Fabian Reese in dieser Fußball-Saison ein neues Erlebnis. Der VfL-Stürmer wurde bei der 0:1-Niederlage seiner Mannschaft am Hamburger Millerntor nicht ausgepfiffen.

«Ich habe es nicht erwartet, dass Fabi hier ausgepfiffen wird, und ich glaube, dass wir jetzt den Jungen auch einfach mal in Ruhe lassen sollten», sagte VfL-Kapitän Hauke Wahl. Der Abwehrchef kennt die Zuschauer und die Stimmung im Millerntor-Stadion aus seinen drei Jahren für den FC St. Pauli bestens. Reese selbst sagte in Hamburg nichts.



In der bisherigen Saison war er immer wieder von gegnerischen Fans wegen seines Wechsels im Sommer vom Ligakonkurrenten Hertha BSC nach Wolfsburg ausgepfiffen worden. Den Abgang und das Ziel hatten ihm viele übelgenommen. Dass der Berliner Club aus finanziellen Gründen den Transfer des 28-Jährigen begrüßte, wurde dabei gern vergessen.

«Ich glaube, es wurde noch nie über einen Wechsel von einem Spieler so sehr diskutiert wie der von Fabi Reese», sagte Wahl. «Und da sollten wir einfach alle mal irgendwie mal das Thema jetzt zumachen.»

Zuletzt hatte nach dem 4:4 eine Woche zuvor gegen Energie Cottbus Gäste-Trainer Claus-Dieter Wollitz Partei für Reese ergriffen und den eigenen Anhang kritisiert. «Das gehört sich nicht», hatte er gesagt. Reese hatte vor wenigen Wochen gesagt, dass die Pfiffe nicht ohne Spuren bleiben. «Das verletzt mich», sagte er.

Am Millerntor blieb Reese von Unmutsäußerungen verschont. Auch Team-Kollege Wahl - wie Reese in diesem Sommer nach Wolfsburg gekommen - wurde bei seiner ersten Rückkehr freundlich empfangen. Sein Trainer Tobias Strobl war begeistert von der Stimmung im Stadion. «Ich muss sagen, es war eine der schönsten Atmosphären, die ich je erlebt habe», sagte der 38-Jährige. «Es war laut, es war fair, es waren keine Beleidigungen, es waren keine Pfiffe, es waren keine Mittelfinger.»

Es sei einfach etwas gewesen, «was du auch als Gästetrainer total genießen konntest. Deswegen Riesenrespekt an das ganze Stadionumfeld und vor allem für die Fans für die Fairness.»

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