17. September 2026 – dpa

Vor dem Heimspiel gegen Köln

HSV-Trainer Polzin: Zwischen Krise und neuem Vertrag

Alle warten auf den Vollzug. Laut Medien steht Trainer Merlin Polzin vor der Vertragsverlängerung beim Hamburger SV. Aktuell hat er aber dringendere Themen.

s3znhnbst7-v11-ax-s2048.jpeg
Muss die sportliche Krise beim HSV bewältigen: Trainer Merlin Polzin

Und dann kam sie doch: die Frage nach dem neuen Vertrag für Merlin Polzin. «Bis jetzt ist noch nichts unterschrieben, aber wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg», sagte der Trainer des Hamburger SV zum Dauerthema und wiederholte das, was er und die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten schon seit geraumer Zeit sagen.

«Wir haben eine grundsätzliche Einigung. Das steht fest», meinte der 35-Jährige bei seiner Pressekonferenz zum Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr/Sky und RTL), das auch live im Free-TV bei RTL übertragen wird. Es gebe immer noch Details zu klären von beiden Seiten, «aber das wird jetzt ein Thema sein, was wir dann auch zeitnah dann zu vermelden haben».

Die Verlängerung der Verträge von Polzin und dessen Trainer-Team wird schon seit längerem erwartet. Laut Medienberichten steht sie unmittelbar bevor. Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, will der Tabellenletzte Chefcoach Polzin, dessen Partner Loic Favé und Co-Trainer Richard Krohn bis 2029 an sich binden. Die Verträge gelten demnach nur für die erste Liga.

Trotz der sportlich größten Krise seit der Bundesliga-Rückkehr mit null Punkten und 0:12 Toren kommt die Verlängerung des zum Saisonende auslaufenden Vertrags von Polzin nicht überraschend. Auch die neue Sportvorständin Kathleen Krüger hatten zuletzt betont, die Zusammenarbeit fortzusetzen.

«Wir wissen, dass wir gemeinsam in die Zukunft gehen werden», hatte Krüger am Sonntag im Streamingdienst DAZN vor dem Spiel in Leipzig gesagt. Die 41-Jährige ist seit Juli beim HSV und arbeitet seitdem mit Polzin zusammen.

Polzin war Ende 2024 nach der HSV-Trennung von Steffen Baumgart erst vom Co- zum Interims- und dann zum Cheftrainer aufgestiegen. Im Mai 2025 führte er den HSV zurück in die Bundesliga und hielt mit der Mannschaft in der vergangenen Saison souverän die Klasse.

Mehr als die Vertragsthemen interessiert Polzin aber sicher die sportliche Situation. Noch einmal betonte er, dass das 0:5 bei RB Leipzig ein Fortschritt im Vergleich zum 0:5 gegen Mainz 05 gewesen sei. «Wir sind natürlich komplett unzufrieden mit der Höhe der Niederlage und dass diese sechs Minuten, in denen wo wir dann drei Gegentore bekommen, so einfach nicht vorkommen dürfen», räumte er ein.

Dennoch habe seine Mannschaft in Leipzig «schon ein deutlich anderes Gesicht einfach zu sehen war im Vergleich zur Vorwoche», betonte er. Das Mainz-Spiel sei desaströs gewesen. Mit Blick auf die Leipzig-Partie sagte er indes: «Ich werde auf keinen Fall zulassen, dass wir alles in Grund und Boden reden.»

Besonders in der Defensive wackelt es aktuell. Individuelle Fehler hatten in den Spielen gegen Mainz und Leipzig die Gegner bestraft. Eine Abkehr von der Dreier- zur Viererkette schloss Polzin vorerst aus. «Natürlich müssen wir uns immer an die Spielerverfügbarkeit anpassen. Und wenn wir jetzt noch zwei Innenverteidiger haben, dann wird es schwierig, drei aufzustellen», sagte er. «Da müssen wir eine andere Lösung finden.»

Noch einmal nach Alternativen auf dem Markt für vereinslose Spieler zu suchen, lehnte Polzin ab. «Weil ich vollstes Vertrauen habe in die Jungs. Ich sehe, dass wir vielleicht im Moment noch nicht den Eindruck erwecken, dass alles total eingespielt ist, dass alles extrem stabil dann auch wirkt», erklärte der Cheftrainer. «Aber ich weiß um das Potenzial der Jungs, die jetzt aufgelaufen sind, und deshalb: nein!»

Einer, der zumindest langfristig Hoffnung auf Besserung weckt, ist Mario Vuskovic. Zwei Monate vor Ablauf seiner vierjährigen Doping-Sperre hatte der 24-Jährige am Dienstag vor 6.000 Zuschauer im Volksparkstadion sein Trainings-Comeback gegeben.

Polzin schwärmte in höchsten Tönen von dem Kroaten, der bis heute seine Unschuld beteuert. «Der Junge hatte schon damals vor seiner Sperre unfassbar viel Talent. Jetzt ist er deutlich reifer noch mal geworden, auch in seiner Persönlichkeit. Und das spürst du ab dem ersten Moment», beschrieb er seine Eindrücke.

Zugleich mahnte der Trainer vor zu großen Erwartungen, wenn Vuskovic ab Mitte November wieder spielberechtigt ist. «Das wird jetzt nicht von unserer Seite aus so aussehen, dass er der Heilsbringer für alles ist oder wir sofort das und das von ihm erwarten», meinte er. «Sondern wir können auch die Ausfallzeit oder die Sperre schon einschätzen.»

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Audiothek