17. September 2026 – dpa
Ein Mann stellt sich selbst und berichtet der Polizei von einem furchtbaren Verbrechen: Er habe seine Ehefrau tödlich verletzt. Kurz darauf kommt es zu diesem weiteren Vorfall mit einem Verletzten.
Ein 40-Jähriger soll nach eigenen Angaben seine Ehefrau in Hamburg so schwer verletzt haben, dass sie kurz darauf im Krankenhaus starb. Wie die Polizei mitteilte, war der Afghane am Morgen auf einem Polizeikommissariat erschienen und hatte von der Tat berichtet. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet, nach deren Informationen die Frau Mutter von drei Kindern sein soll. Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern.
Die Beamten und Feuerwehrleute eilten daraufhin zu der angegebenen Wohnung in Barmbek-Süd. Sie fanden eine leblose Frau und leiteten Reanimationsmaßnahmen ein. Doch die 34-Jährige starb wenig später im Krankenhaus. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Ein Kriseninterventionsteam übernahm die Betreuung von Angehörigen.
Der Tatverdächtige kommt nach Angaben der Polizei in ein Untersuchungsgefängnis. Er werde dort am Freitag einem Haftrichter vorgeführt.
Als Angehörige des Opfers verständigt wurden, kam es im Stadtteil Wandsbek zu einem weiteren Zwischenfall: Ein 66-Jähriger habe sich mutmaßlich selbst verletzen wollen, sagte eine Polizeisprecherin. Einsatzkräfte griffen ein, dabei habe sich ein Polizeibeamter leicht an der Hand verletzt und sei in ein Krankenhaus gekommen.
Nähere Angaben zu den Hintergründen der Tat und der Todesursache wollte die Polizei nicht machen. Die Ermittlungen der Mordkommission in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Hamburg dauern an.
Nach der Tat gab Hila Latifi, Sprecherin für Feminismus der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft, zu den bisherigen Erkenntnissen ein Statement ab: «Wieder ist eine Frau in unserer Stadt einem Femizid zum Opfer gefallen.» Eine klare politische Antwort werde gebraucht. «Der Fall zeigt erneut, wie dringend Hamburg eine verlässliche Schutzkette braucht, von Prävention und Beratung bis zu sicherer Unterbringung sowie der vollständigen Erfassung von Femiziden.»