17. September 2026 – dpa
Moore, Wälder und Seen statt Stacheldraht: Das Grüne Band in Mecklenburg-Vorpommern an der früheren innerdeutschen Grenze wird zum Nationalen Naturmonument.
Mecklenburg-Vorpommern stellt seinen Abschnitt des Grünen Bandes entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze als Nationales Naturmonument unter Schutz. Von der Ostsee bis zur Elbe erhalten die Flächen damit einen gemeinsamen Rahmen als Natur- und Erinnerungslandschaft von nationaler Bedeutung, wie der BUND-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Damit sind nun die Abschnitte in allen östlichen Bundesländern als Nationale Naturmonumente ausgewiesen.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) und der BUND Mecklenburg-Vorpommern begrüßten die Ausweisung. «Wo Deutschland einst durch Zäune und Stacheldraht geteilt war, verbindet heute die Natur», sagte Backhaus. Mit dem Schutz übernehme das Land Verantwortung für die Naturlandschaft und die Erinnerung an die deutsche Teilung.
Das Grüne Band Deutschland erstreckt sich über 1.378 Kilometer entlang der früheren Grenze und gilt als größtes Biotopverbundsystem Deutschlands - rund 157 Kilometer befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern. Es sind rund 4.500 Hektar. Dort gibt es unter anderem Grünland, Moore, Feuchtgebiete, Wälder, Seen und Fließgewässer. Zugleich befinden sich am Grünen Band ehemalige Grenzanlagen, Gedenkorte und Spuren geschleifter Ortschaften.
Große Teile des Grünen Bandes sind bereits durch bestehende Schutzgebiete gesichert. Mit der neuen Verordnung werden sie nun unter dem gemeinsamen Dach des Nationalen Naturmonuments «Grünes Band Mecklenburg-Vorpommern» zusammengeführt. Bestehende Schutzvorschriften gelten weiter. Noch nicht einbezogene Flächen unterbrechen das Grüne Band derzeit in mehrere Abschnitte. «Jetzt geht es darum, einen durchgängigen Biotopverbund zu entwickeln», sagte Jessica Sommer vom BUND MV.
Thüringen hatte 2018 als erstes Bundesland seinen Abschnitt des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument gesichert. Hessen folgte 2023. Das Grüne Band geht auf eine Initiative des BUND wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer zurück. Am 9. Dezember 1989 setzten sich Naturschützer aus Ost und West gemeinsam für den Erhalt des früheren Grenzstreifens ein.