25. Oktober 2026 – dpa

Herbstwetter

Kaum Sturmschäden im Norden – mehr als 100 Einsätze

Trotz starker Sturmböen kommt es im Norden nur vereinzelt zu Schäden. Eine Radfahrerin wird von einem Ast getroffen. Für Nordseeküste und Elbe gibt es eine Warnung. In Rostock verzögern sich Arbeiten.

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Im Norden kam es aufgrund der Sturmböen zu mehreren kleineren Einsätzen. (Symbolbild)

Das Sturmtief «Manja» hat im Norden Deutschlands kaum Schäden angerichtet. Wie die Leitstellen für die Landkreise an der Nordseeküste mitteilten, gab es mehr als 100 wetterbedingte Einsätze. Meist stürzten Bäume um, die teilweise Häuser und Autos beschädigten. Am frühen Morgen traf ein herabfallender Ast eine Radfahrerin auf der B5 bei Witzwort südlich von Husum. Die Frau sei leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es von der Polizei. Im Osten Schleswig-Holsteins und in Hamburg musste die Feuerwehr vereinzelt umgestürzte Bäume räumen.

Für den Nachmittag warnte der Deutsche Wetterdienst vor orkanartigen Böen in Nordfriesland. Der Sylt Shuttle der Deutschen Bahn sagte seine Fahrten zwischen Westerland und Niebüll ab. Auf der Internetseite des Sylt Shuttles hieß es, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es seien jedoch Windgeschwindigkeiten bis 120 Kilometer pro Stunde an exponierten Stellen wie dem Syltdamm prognostiziert. Auch das private Unternehmen RDC sagte Fahrten seiner Autozüge laut einer Anzeigetafel in Westerland ab.

Der Fährverkehr ist ebenfalls betroffen. Nach Angaben der Reederei Hiddensee fuhren die Schiffe zur und von der Insel Hiddensee wegen der Wetterbedingungen nur stark eingeschränkt. Am Montag werde es dort erneut zu Einschränkungen kommen. Auch bei den Verbindungen zu den nord- und ostfriesischen Inseln kam es wegen des Sturms am Sonntag zu Ausfällen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warne vor einer Sturmflut an der deutschen Nordseeküste. In der Nacht zum Montag werde das Hochwasser an der ostfriesischen Küste und im Elbegebiet 1,5 bis 2 Meter, im Wesergebiet etwa 1,5 Meter und an der nordfriesischen Küste 2 bis 2,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. In Hamburg soll das Wasser am Pegel St. Pauli am Montagmorgen gegen 4.00 Uhr auf 2 Meter über dem mittleren Hochwasser steigen.

Ab einer Höhe von 1,5 Metern spricht man von einer Sturmflut. Der tiefer gelegene Teil des St. Pauli-Fischmarktes wird dann von der Elbe überspült. Eine Gefahr beginnt allerdings erst bei sehr viel höheren Wasserständen. Wenn das Wasser 2,5 bis 3,5 Meter über dem mittleren Hochwasser aufläuft, gilt das als eine schwere Sturmflut, darüber als eine sehr schwere Sturmflut.

Der Behörde zufolge traten in der Saison 2025/2026 sechs Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste auf. Laut Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein sind die Deiche in einem guten und wehrhaften Zustand.

In Rostock haben die vorherrschenden und vorhergesagten Windstärken die Sicherung des einsturzgefährdeten historischen Krans am Rostocker Hafen verzögert. Der TÜV hatte an dem industriellen Wahrzeichen auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt nach Angaben der Feuerwehr einen Riss an einer Strebe festgestellt. Am Freitag hatte es deshalb einen Großeinsatz gegeben, der Bereich wurde weiträumig abgesperrt.

Ab Montagmorgen sollen die Spezial-Schwerlastkräne aufgebaut werden, wie die Stadt Rostock mitteilte. Die eigentlichen Sicherungsarbeiten am Ausleger könnten erst am Mittwoch beginnen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der 44 Wohnungen, die vorsorglich evakuiert wurden, können nach Angaben der Stadt voraussichtlich frühestens am 2. November in ihr Zuhause zurück.

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